Katalonien-Krise: Keine Lösung in Sicht

Am Tag nach dem Referendum sind Zehntausende Katalanen auf die Straßen gegangen. Sie wollten ein Zeichen setzen – gegen die massive Polizeigewalt und für ein unabhängiges Katalonien. Ihre Botschaft war eindeutig: Wir lassen uns nicht mundtot machen.

Fast 900 Menschen waren am Tag der Abstimmung verletzt worden. 90 Prozent der Teilnehmer sagten Ja zur Abspaltung von Spanien. Allerdings lag die Wahlbeteiligung nur bei 42 Prozent. Die Regionalregierung in Barcelona will trotzdem schon bald die Unabhängigkeit ausrufen lassen.

Madrid erklärte das Referendum für verfassungswidrig, das Ergebnis für ungültig. Der spanische Regierungschef Mariano Rajoy braucht einen Plan. Dafür sucht er das Gespräch mit Vertretern anderer Parteien. Noch stehen sich Madrid und Barcelona aber unversöhnlich gegenüber. An eine nationale Lösung glaubt keiner mehr.

Ein unparteiischer Vermittler muss her. Doch die Europäische Union hält sich derzeit noch weitgehend raus aus dem Konflikt. Der Sprecher der EU-Kommission nannte die Krise am Montag eine „interne spanische Angelegenheit.”

Für heute haben Gewerkschaften und andere Organisationen in ganz Katalonien zu einem Generalstreik aufgerufen. Auch der FC Barcelona beteiligt sich. Die beiden größten Gewerkschaftsverbände Spaniens machten aber einen Rückzieher. Ihnen sind beide Parteien zu stur.

In #Katalonien werden gerade friedliche Bürger zusammengeschlagen, nur weil sie die Nase voll haben von Zentralismus und Transferunion. pic.twitter.com/dEp5uOULFA— Götz Frömming (@GtzFrmming) 1. Oktober 2017

Hunderte Demonstranten und Wähler wurden am Tag des Referndums verletzt.