Katalonien-Konflikt: Verständnis für Spanien, aber auch für Katalonen

Das katalanische Unabhängigkeitsreferendum beschäftigt Spanien, aber auch das restliche Europa bleibt nicht unbeeinflusst von den Bestrebungen der Katalanen, einen eigenen Staat zu gründen. Eine der großen Fragen, die sich dabei stellen: Wäre ein unabhängiges Katalonien weiterhin Mitglied der EU?

Frankreichs EU-Ministerin Nathalie Loiseau machte in einem Fernsehinterview klar: Sollten die Katalanen unabhängig werden, müssten sie zunächst die EU verlassen. Die Frage der Unabhängigkeit selbst wollte sie aber zunächst nicht klären.

Viel Unterstützung gibt es in Europa für die spanischen Bemühungen, die Unabhängigkeit zu verhindern. Großbritanniens Premierministerin Theresa May stellte sich im Parlament implizit gegen das Referendum:

“Wir wollen, dass die Situation friedlich gelöst wird. Aber die spanische Regierung hat jedes Recht, die spanische Verfassung aufrechtzuerhalten. Alle Beteiligten sollten sich an geltende Gesetze halten.”

Vorsichtiges Verständnis für die Katalanen kommt dagegen in Schottland. Das Land, das seine Zukunft vorerst weiterhin innerhalb des Vereinigten Königreichs hat, hat selbst ein Unabhängigkeitsreferendum hinter sich.

“Schottland hat nicht zu entscheiden, ob Katalonien unabhängig wird”, sagt Regierungschefin Nicola Sturgeon, “das müssen die Katalanen selbst entscheiden. Spanien hält das Referendum für illegal, das respektiere ich. Aber wenn das so ist, dann muss ein Weg gefunden werden, wie die Katalanen legal und legitim ihre Wünsche für die Zukunft äußern können.”