Katalonien: Demos für Freilassung abgesetzter Minister

Tausende Unabhängigkeitsbefürworter haben

bei einem Generalstreik in Katalonien die Freilassung der

inhaftierten separatistischen Politiker gefordert. Die Demonstranten riefen vor dem Regierungssitz in Barcelona «Freiheit» und «Unabhängigkeit» und skandierten mit Blick auf den abgesetzten Chef der Regionalregierung: «(Carles) Puigdemont ist unser Präsident!»

Unter anderem errichteten Teilnehmer mehrere Straßensperren und legten auch eine Eisenbahnlinie zeitweise lahm.

Nach Entmachtung: Generalstreik in Katalonien https://t.co/hoifIIFSLZ via faznet— Josep ジュゼップ (Apatxe365) 8. November 2017

Zu dem Streik hatten zunächst mehrere Regionalgewerkschaften

aufgerufen, um gegen Arbeitsmarktreformen zu protestieren. Die

katalanischen Unabhängigkeitsbefürworter hatten sich dem Aufruf

später angeschlossen. Anträge von Unternehmerverbänden auf ein Verbot

der Aktion, weil es sich um einen politisch motivierten und somit

illegalen Streik handele, wurden von der Justiz abgewiesen.

Nach einem Unabhängigkeitsbeschluss des Regionalparlaments hatte die spanische Zentralregierung die katalanische Führung Ende Oktober entmachtet. Das spanische Verfassungsgericht erklärte den Unabhängigkeitsbeschluss offiziell für verfassungswidrig und damit für ungültig. Das Gericht hatte zuvor bereits das Referendum vom 1. Oktober über die Abspaltung der Region für illegal erklärt.

Danke an Reuters für die Liveübertragung https://t.co/qtzWyIItQ6

#Katalonien #Spanien #EU #Demokratie— Enrico K. (@vt27kolt11) 8. November 2017

Acht Ex-Angehörige der Regierung sitzen seit vergangener Woche in Untersuchungshaft. Puigdemont und vier weitere Politiker hatten sich nach Brüssel abgesetzt. Trotz eines europäischen Haftbefehls sind die fünf in Belgien auf freiem Fuß, müssen aber eine Auslieferung

befürchten. Allen Politikern wird Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung

öffentlicher Gelder vorgeworfen.

#Streik #Katalonien

Verkehr ist auf 62 Strassen unterbrochen, eine Hochgeschwindigkeitslinie und mehrere Regionalverbindungen werden blockiert. Die Grenze nach #Frankreich und #Andorra sind geschloßen, hunderte Geschäfte geschlossen. pic.twitter.com/svx4B9cBuF— Fabian Hillebrand (@Linksbuendig) 8. November 2017

Puigdemonts «Katalanische Europäische Demokratische Partei» (PDeCat)

kündigte an, sie werde am kommenden Samstag bekanntgeben, wen sie als

Spitzenkandidaten bei den Neuwahlen am 21. Dezember aufstellen will.

In einem Interview mit dem belgischen Fernsehen hatte Puigdemont

angeboten, trotz seiner Probleme mit der Justiz wieder als Kandidat

zur Verfügung zu stehen.

su mit dpa