Kassen bewilligen Mehrzahl der Anträge auf Cannabis-Therapie

Die gesetzlichen Krankenkassen lehnen weniger Anträge für eine Cannabis-Therapie ab als zunächst angenommen. Bei der Barmer wurden seit März von knapp 2900 Anträgen rund 1700 bewilligt, wie die "Berliner Zeitung" berichtete

Die gesetzlichen Krankenkassen lehnen weniger Anträge für eine Cannabis-Therapie ab als zunächst angenommen. Bei der Barmer, der zweitgrößten gesetzlichen Kasse, gingen seit der Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke knapp 2900 Anträge auf Kostenübernahme ein, wie die "Berliner Zeitung" am Donnerstag unter Berufung auf Zahlen der Kasse berichtete. Davon seien rund 1700 Anträge bewilligt worden, also etwa zwei Drittel. Der Rest wurde abgelehnt.

Die Ablehnungsrate ist damit geringer als erste Zahlen hatten vermuten lassen. Im Sommer hieß es, die Kassen hätten bis zu zwei Drittel der Anträge negativ beschieden, wie die Zeitung berichtete.

Im vergangenen März wurde schwerkranken Patienten der Zugang zu Cannabis erleichtert. Cannabis kann seitdem zum Beispiel in Form der Blüten zu Lasten der Krankenversicherung verordnet werden. Die Kassen müssen dem aber zustimmen. Voraussetzung ist laut Gesetz, dass alle üblichen Therapien versagt haben. Vor der Gesetzesänderung waren die gesetzlichen Kassen nur in Einzelfällen für die teure Therapie aufgekommen.

Der fehlende Nachweis darüber, dass Behandlungsalternativen erfolglos probiert wurden oder gar nicht infrage kommen, war nach Angaben der Barmer einer der Hauptgründe für die Ablehnung. "Medizinischer Cannabis ist aus der Versorgung schwer kranker Menschen heute nicht mehr wegzudenken. Es ist aber kein Allheilmittel", sagte Barmer-Chef Christoph Straub der Zeitung.