Kassen befürchten Anstieg des Beitrags zur Pflegeversicherung

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Pflegender hält die Hand eines alten Mannes (AFP/THOMAS KIENZLE) (THOMAS KIENZLE)

Die gesetzlichen Krankenkassen befürchten einen Beitragsanstieg der Pflegeversicherung bereits im ersten Halbjahr 2022 und dringen auf sofortige Gegenmaßnahmen der Ampelkoalition. Die Kassen gehen davon aus, dass die Gesamtausgaben der Pflegeversicherung 2021 etwa um knapp zwei Milliarden Euro höher waren als die Einnahmen, wie der Vizechef des GKV-Spitzenverbandes, Gernot Kiefer, der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montagsausgabe) sagte.

 "Damit startet die Pflegeversicherung in das neue Jahr auf Kante genäht, denn das Defizit konnte nur so gerade noch durch die Rücklagen ausgeglichen werden", beklagte Kiefer. Die Pflegeversicherung habe ihre gesetzliche Mindestreserve erreicht, weshalb es "dringenden politischen Handlungsbedarf zur Stabilisierung der Finanzlage" gebe. Darüber müsse "unbedingt im ersten Halbjahr 2022 entschieden werden".

 "Ich glaube, es ist unabwendbar, dass die Ampelkoalition kurzfristig Maßnahmen ergreift", warnte der GKV-Vizevorsitzende. Sollte dies nicht geschehen, werde bereits im ersten Halbjahr eine Beitragserhöhung von 0,3 Prozentpunkten notwendig sein, um die Finanzierung der Pflegeversicherung sicherzustellen. Dies wäre laut Kiefer bei einem 3000-Euro-Monatseinkommen eine Beitragssteigerung von 108 Euro im Jahr, die sich Arbeitgeber und Versicherte teilen.

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