Kaspisches Meer: Russland und Anrainer einigen sich

Nach jahrzehntelangem Streit haben sich Russland und vier weitere Länder über die Zukunft des Kaspischen Meeres verständigt. Im Küstenort Aktau in Kasachstan unterzeichneten die Staatschefs der Anrainerstaaten eine entsprechende Übereinkunft. Sie regelt vor allem, für welche Zwecke das Binnengewässer genutzt werden darf.

Das Kaspische Meer ist reich an Öl und Gas und grenzt neben Russland an den Iran, Aserbaidschan, Kasachstan und Turkmenistan.

"Diese Übereinkunft unterstreicht die Souveränität der kaspischen Staaten, ihr ausschließliches Entscheidungsrecht über das Kaspische Meer", sagte der iranische Präsident Hassan Ruhani.

Zentrale Frage bleibt offen

Allerdings bleibt die brisanteste Frage, nämlich wie die Seegrenzen gezogen werden, trotz der Einigung offen. Das ist entscheidend dafür, wer wo Öl und Gas abbauen darf. Nach außen betont man jedoch die Erfolge.

"Das Abkommen legt Prinzipien für die militärisch-politische Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten fest", so der russische Präsident Wladimir Putin. "Es garantiert, dass das Kaspische Meer nur für zivile Zwecke genutzt wird und dass Drittländer dort keine Streitkräfte stationieren."

Turkmenistan will Pipeline bauen

Die Verhandlungen über das Kaspische Meer laufen seit dem Zerfall der Sowjetunion. Sie sind auch für Europa von Bedeutung, denn Turkmenistan möchte eine Pipeline durch das Kaspische Meer bauen. Damit sollen Energieressourcen nach Südeuropa geliefert werden. Russland versucht, den Bau der Pipeline zu verhindern.