Karrierewege in der Games-Branche

Berlin (dpa/tmn) - Die Games-Branche wächst. Und monatlich kommen etliche neue Videospiele auf den Markt, ob für Konsole, PC oder das Smartphone. Doch wer ist an der Produktion eigentlich beteiligt?

«Grundsätzlich kann man die Berufe der Games-Branche in drei Bereiche einteilen», sagt Felix Falk, Geschäftsführer von game - Verband der deutschen Games-Branche. Nämlich in technische, wie dem dem des Programmierers, kreativ-künstlerische, zum Beispiel in der Grafik und die kaufmännischen Berufe, wie der Spielevermarktung und dem Projektmanagement.

Die Games-Branche leide unter Fachkräftemangel. «So sind derzeit bei rund jedem zweiten Games-Unternehmen in Deutschland Positionen unbesetzt», sagt Falk. Wer sich beruflich im Bereich Videospiele verwirklichen will, hat also viele Möglichkeiten. Eine Auswahl:

  • Game Programmer: Nachdem die Story für ein Spiel steht, muss es programmiert werden. Da ist Teamarbeit gefragt. Gerade bei größeren Spielen gilt es über mehrere Wochen und Monate an den Quellcodes zu arbeiten. «Wir bekommen den Auftrag und dann heißt es Eigeninitiative und Arbeitsaufteilung», sagt Markus Schenk (Name geändert), Game Programmer bei einem großen internationalen Spielentwickler.

Während manche Kollegen am Hauptspiel arbeiten würden, müssten sich andere vor allem um Bugs (Fehler) im Spiel kümmern und diese beheben. «Für diesen Beruf braucht man nicht immer ein Studium oder eine Ausbildung. Das Programmieren bringen sich viele Menschen auch einfach selbst bei», sagt Schenk.

Verdienstmöglichkeiten: Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit liegt das mittlere monatliche Bruttoentgelt (Median) für Vollzeitbeschäftigte bei gut 4800 Euro. Mit InnoGames hat ein großes deutsches Games-Unternehmen 2022 seine Gehaltsbänder veröffentlicht. Für die Position «Programmer Regular» gibt es ein Jahresbruttogehalt zwischen 58.000 und 75.000 Euro an.

  • Gamedesigner/in: Die Aufgaben im Gamedesign sind breitgefächert. Grundsätzlich geht es darum, die Spielmechanik zu entwerfen. Die grundlegende Spielidee muss in Regeln übertragen werden, die einen Spielablauf ergeben, so der Branchenverband Game auf seiner Webseite. Gamedesigner können sich auf die Benutzeroberfläche spezialisieren, auf die Spielelemente, aber auch auf die narrativen Elemente, also der Entwicklung der Story und Dramaturgie.

Gefragt ist vor allem Kommunikationsfähigkeit, aber auch analytische Fähigkeiten, logisches Denk- und Abstraktionsvermögen und ein gutes Organisationstalent. «Die Designer müssen für die Programmierer umsetzbare Konzepte erstellen», sagt Schenk.

Verdienstmöglichkeiten: Im Entgeltatlas wird das mittlere monatliche Bruttoentgelt auf rund 3470 Euro beziffert. Für erfahrene Gamedesigner kann das Gehalt aber auch deutlich höher ausfallen.

  • Grafikdesigner/in: Die großen Open-World-Games sind Aushängeschild vieler Spieleentwickler. Doch egal wie groß ein Spiel ist, eine vernünftige Grafik ist für das Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer entscheidend.

Grafikdesigner arbeiten deshalb eng mit den Autoren des Spiels zusammen, um den visuellen Stil an die Geschichte anzupassen. Es geht darum Charaktere, Gegenstände und die Spielumgebung aussagekräftig zu gestalten.

«Viele, die in diesem Beruf arbeiten, haben zum Beispiel eine Ausbildung zum Produktdesigner absolviert», sagt Schenk. Daneben sind Studiengänge wie Kommunikationsdesign und Mediengestaltung nur zwei von zahlreichen weiteren Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf.

Verdienstmöglichkeiten: Laut Entgeltatlas beziffert sich das mittlere monatliche Bruttoentgelt für Grafikdesignerinnen und -designer auf 3470 Euro.

  • Sound Designer/in: Neben der zum Teil epischen Musik, die manche Spiele begleitet und von Komponisten entwickelt wird, gibt es die Sound Designer, die dem allgemeinen Spiel Leben und Liebe einhauchen. Sie entwickeln eine echte Geräuschkulisse für das Spielerlebnis.

Dafür müssen Geräusche wie Schritte oder Wetterereignisse perfekt dargestellt werden. «Wir Programmierer versuchen da den Sound Designern so gut es geht Unterstützung zu bieten», sagt Schenk. Wer Spaß am Programmieren hat, ist in diesem Beruf gut aufgehoben.

In den Beruf führt zum Beispiel die Ausbildung zum Mediengestalter Ton und Film oder Studiengänge wie Audio Engineering, Audio und Musikproduktion.

Verdienstmöglichkeiten: Im Entgeltatlas wird das mittlere monatliche Bruttoentgelt für die Berufsgruppen «Audio Engineer» und «Mediengestalter/in - Bild und Ton» mit rund 3000 Euro beziffert.

  • Game User Researcher/in: Was wünschen sich die Konsumenten, welche Anforderungen muss ein Spiel erfüllen und passt das Spiel zum Zeitgeist? Solche Fragen versuchen Spezialisten aus dem Game User Research unter Einsatz sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden zu beantworten werden. Dafür arbeiten sie auch direkt mit Nutzerinnen und Nutzern zusammen.

«Wir laden die Konsumenten zum Teil direkt zu uns ein, sprechen mit ihnen über ihre Vorstellungen und lassen sie an unseren Konsolen die Spiele testen», sagt Markus Schenk. Zugang zum Beruf bietet zum Beispiel ein Studium der Psychologie. Aber auch Fachrichtungen wie Informatik, Soziologie, User Experience Management oder Kommunikationswissenschaften bieten sich an.

Verdienstmöglichkeiten: Für das Berufsbild «UX-Researcher/in» wird im Entgeltatlas ein mittleres monatliches Bruttoentgelt von rund 5900 Euro angegeben. Die Verdienstmöglichkeiten können aber je nach Branche variieren. Für das Berufsbild «Customer-Experience-Manager/in» liegt der Median für das monatliche Bruttoentgelt bei rund 4880 Euro.

Über weitere Berufsbilder und die jeweiligen Zugangsmöglichkeiten können sich Interessierte zum Beispiel auf der Karriereseite «gamecampus.de» des Branchenverbands Game informieren.