Karl Lauterbach sagt, Omikron sei nicht das Ende der Pandemie

Die Omikron-Variante breitet sich rasant aus. In der vergangenen Woche meldete das Robert Koch Institut (RKI) 19.559 Omikron-Neuinfizierte. Besonders stark betroffen sind unter anderem die Länder Großbritannien, Frankreich und Botswana, aber auch in Deutschland lassen sich Großteile der Neuinfektionen auf die neue Variante zurückführen. Im Gegensatz zu der ursprünglichen COVID-19-Variante hat die Omikron-Variante einen deutlich milderen Verlauf, verbreitet sich aber viel schneller. Das gilt auch für Ungeimpfte. Trotzdem sieht Gesundheitsminister Karl Lauterbach darin keinen Grund, die Impfpflicht nicht einzuführen. Tatsächliche sinke dank Omikron das Risiko einer schweren Erkrankung, so Lauterbach in einem Interview mit der Sonntagszeitung „Welt am Sonntag“. "Die Impfpflicht brauchen wir aber trotzdem. Omikron ist sonst eine schmutzige Impfung durch die Hintertür", sagt Lauterbach. In diesem Falle würde man darauf setzen, dass sich alle irgendwann infizieren und dann immunisiert seien, so der Gesundheitsminister, und "so eine Durchseuchung führt zu großen Problemen.“

Er führt fort: „Auch wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Krankenhaus-Einweisung bei Omikron bei Ungeimpften deutlich niedriger ist, bleiben sehr viele Patienten übrig. Sehr viele Ungeimpfte würden also Gefahr laufen, schwer zu erkranken beziehungsweise ihr Leben lang an den Folgen zu tragen oder sogar zu sterben. Das wäre eine Tragödie. Eine Impfpflicht sei auch für weitere Varianten wichtig, die sich noch entwickeln könnten. Denn eine Omikron-Infektion mache nicht zwingend immun vor der nächsten Virusvariante, so Lauterbach. "Der Glaube, dass die Omikron-Variante das Ende der Pandemie ist, ist naiv.“

"Würden sich alle Erwachsenen impfen lassen, hätten wir beherrschbare Situation"

Wie hoch die Impfquote wäre, wenn es eine Impfpflicht gäbe, sei laut Lauterbach schwer einzuschätzen. Ebenso schwer sei es zu prognostizieren, wie hoch der Prozentsatz der Geimpften sein müsse, damit die Pandemie in Deutschland endet. Würden sich alle Erwachsenen impfen lassen, hätten wir eine Impfquote von 86 Prozent. Da Kinder einen eher milden Corona-Verlauf aufweisen, kämen wir so zu einer „beherrschbaren Situation“, erklärt Lauterbach. "Wir sind jedenfalls jetzt noch sehr weit von einer solchen Lage entfernt. Stellen Sie sich eine Sekunde vor, dass die Omikron-Variante deutlich tödlicher wäre. Dann wären wir jetzt in existenzieller Gefahr", sagte er. Für die Zukunft sei das auch nicht ausgeschlossen. Es könne niemand garantieren, dass sich demnächst nicht eine Variante entwickelt, die viel gefährlicher ist. Wenn sich eine tödlichere Variante als Omikron ausbreitet, muss in kürzester Zeit ein neuer Impfstoff entwickelt werden. Die Impfstoffhersteller arbeiten bereits jetzt an Omikron-angepassten Booster-Vakzinen.

Die Situation der Corona-Leugner und Impfgegner findet der Gesundheitsminister sehr bedenklich, sagte er der „Welt am Sonntag“. "Eine kleine Gruppe ist bereit, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Tisch zu wischen und sich freiwillig in eine Blase von Scheinwahrheiten zu begeben. Das ist in der Tat eine neue und beängstigende Entwicklung in der Nachkriegsgeschichte unseres Landes.“

lrd

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