Kardinal Meisner immer wieder heftig kritisiert

Der damalige Kardinal Joachim Meisner im Jahr 2013 bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Foto: Michael Kappeler

Immer wieder hat der am Mittwochmorgen gestorbene Kölner Kardinal Joachim Meisner mit Äußerungen heftige Kritik hervorgerufen. Einige Beispiele:

Februar 2013: Der Kardinal löst mit Äußerungen zu einer angeblichen «Katholikenphobie» Kritik auch in Kirchenkreisen aus. Zuvor war die katholische Kirche massiv in die Kritik geraten, weil sich zwei katholische Kliniken in Köln geweigert hatten, eine vergewaltigte Frau zu behandeln.

September 2007: Bei einer Rede zur Eröffnung eines Museums spricht Meisner von «entarteter» Kultur. «Dort, wo die Kultur vom Kultus, von der Gottesverehrung abgekoppelt wird, erstarrt der Kult im Ritualismus und die Kultur entartet», sagt der Kardinal. Der Zentralrat der Juden kritisiert: «Auf den Nazi-Wortschatz zurückzugreifen, vergiftet das gesellschaftliche Klima.» Dass die Wortwahl zu «Missverständnissen» geführt habe, bedauert er später.

Januar 2005: In einer Predigt vergleicht Meisner Abtreibungen mit dem Holocaust und beleidigt damit nach Ansicht des Zentralrates der Juden Millionen Holocaust-Opfer. Wörtlich sagte er: «Zuerst Herodes, der die Kinder von Bethlehem umbringen lässt, dann unter anderem Hitler und Stalin, die Millionen Menschen vernichten ließen, und heute, in unserer Zeit, werden ungeborene Kinder millionenfach umgebracht.» Kurz darauf bedauert er den Vergleich.

Oktober 2003: Die europäische Werteordnung sei durch Drogensüchtige, Terroristen und Wissenschaftsgläubige gefährdet, sagt der Kardinal in Budapest. «Unsere europäische Gegenwart trägt darum auf vielfältige Weise solche Todeskeime in sich, die den gesunden Organismus vergiften, ja zum Kollabieren kommen lassen.» Indirekt verurteilt er die Homosexualität, da sie der Schöpfungsordnung widerspreche. Kritiker werfen ihm eine «menschenverachtende Sprache» vor.