Kardinal Karl Lehmann im Alter von 81 Jahren gestorben

Der frühere Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat die Verdienste des verstorbenen Kardinals Karl Lehmann für die katholische Kirche hervorgehoben

Im Alter von 81 Jahren ist der frühere Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, gestorben. Lehmann starb am frühen Sonntagmorgen in seinem Haus in Mainz, wie das Bistum mitteilte. Der langjährige Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz hatte im vergangenen September einen Schlaganfall und eine Hirnblutung erlitten.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) würdigte Lehmann als "einen den Menschen stets zugewandten Seelsorger und großen Gelehrten". "Als Bischof von Mainz und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war Karl Kardinal Lehmann ein hochangesehener Brückenbauer, ein Förderer der Ökumene und Mann des Dialogs zwischen Kirche, Gesellschaft und Politik - und damit ein ermutigendes Beispiel für ein weltoffenes, lebensbejahendes Christentum."

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) erklärte, Lehmann habe in seinen 33 Jahren als Mainzer Bischof "Maßstäbe für einen weltoffenen Katholizismus gesetzt".

Mit "großer Betroffenheit und Trauer" reagierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, auf die Nachricht von Lehmanns Tod. "Ein großer Theologe, Bischof und Menschenfreund geht von uns", erklärte Marx. "Mit seinem Tod verlieren wir einen warmherzigen und menschlichen Bischof, den eine große Sprachkraft auszeichnete."

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf erklärte, das Bistum trauere um einen "weit über die Kirche hinaus hoch anerkannten Theologen und Seelsorger, einen leidenschaftlichen Brückenbauer zwischen den Konfessionen und einen Zeugen des Glaubens inmitten der Gesellschaft."

Der 1936 im baden-württembergischen Sigmaringen geborene Lehmann war von 1983 bis 2016 Bischof von Mainz. Bundesweit bekannt wurde er vor allem in seiner Zeit als Vorsitzender der Bischofskonferenz von 1987 bis 2008. Im Jahr 2001 erhob ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Kardinal.