Kanu-Weltcup: Brendel und Co. mit sechs Streckensiegen

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Kanu-Weltcup: Brendel und Co. mit sechs Streckensiegen
Kanu-Weltcup: Brendel und Co. mit sechs Streckensiegen

Die deutschen Rennsport-Kanuten haben in ihren ersten internationalen Rennen seit mehr als eineinhalb Jahren mit sechs Siegen in den olympischen Klassen ein deutliches Signal für Tokio gesendet. Aber ausgerechnet das Paradeboot patzte. Die Tokio-Favoriten und Weltmeister Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke mussten sich am Schlusstag des Weltcups im ungarischen Szeged im Kajak-Vierer über 500 m unerwartet Spanien geschlagen geben.

Dagegen fuhr der dreimalige Canadier-Olympiasieger Sebastian Brendel (Potsdam) mit seinem Partner Tim Hecker (Berlin) einen sicheren Erfolg im Zweier über 1000 m ein. Brendel/Hecker hatten sich schon zuvor im Duell um das Tokio-Ticket gegen Conrad Scheibner/Michael Müller durchgesetzt, die als Vierte ihres Halbfinals ausgeschieden waren.

Auch das "Generationen-Boot" mit Max Hoff (Essen/38) und Jacob Schopf (Potsdam/21) triumphierte am Sonntag im Kajak-Zweier über 1000 m. Damit stachen die Weltmeister im Duell um den Olympiastart die viertplatzierten Jakob Kurschat/Jakob Thordsen (Dresden/Hannover) aus.

In Topform präsentierte sich zudem das siegreiche K4-Flaggschiff in der Neubesetzung Sabrina Hering-Pradler, Melanie Gebhardt, Jule Hake und Tina Dietze. Hering-Pradler und Dietze waren bereits am Samstag im Kajak-Zweier erfolgreich und hatten neben Conrad Scheibner im Canadier-Einer und Jacob Schopf im Kajak-Einer für die ersten drei Siege in den olympischen Klassen gesorgt.

Scheibner nutzte dabei die Abwesenheit von Brendel und verwies Weltmeister Isaquias Queiroz aus Brasilien nach 1000 m mit einem Vorsprung von zwei Sekunden klar auf Rang zwei. In Tokio werden wohl sowohl Routinier Brendel als auch Scheibner im Einer an den Start gehen.

Auch in weiteren Rennen stand der interne Kampf um den Olympia-Startplatz im Blickpunkt. Neben Brendel/Hecker und Hoff/Schopf setzten sich im C2 der Frauen über 500 m Lisa Jahn/Sophie Koch (Berlin/Karlsruhe) als Dritte des A-Finals durch.

"Wir wissen nicht genau, wo wir stehen", hatte der leitende Bundestrainer Arndt Hanisch vor dem Weltcup angesichts der langen Corona-Pause gesagt. Doch weil auch der erst 21 Jahre alte Schopf mit einem Sieg vor dem tschechischen Olympiazweiten Josef Dostal auftrumpfte, fiel schon die Bilanz des ersten Tages gut aus. Hanischs gute Laune dürfte sich am Sonntag nicht verschlechtert haben, trotz der Niederlage des K4 der Männer.