Kanu: Karambolagen gehören dazu

Marie Mix fühlt sich auf den langen Kanustrecken wohl

Berlin.  Die Lackierung war zerkratzt, die Steuerflosse demoliert, die Spitze des Bootes ebenfalls schwer beschädigt. Durch den TÜV wäre Marie Mix mit ihrem Kanu nach der letzten Regatta wohl nicht mehr gekommen. Dabei kam die 18-Jährige noch glimpflich davon. "Manchmal sind die Boote so ramponiert, dass man sie wegschmeißen kann", sagt sie. Kanumarathon ist kein Sport für Zartbesaitete, schon wegen der Distanzen, die bewältigt werden. 20 Kilometer beträgt die Streckenlänge für Marie Mix bei den Juniorinnen, im nächsten Jahr werden es in der Leistungsklasse sogar 39 Kilometer sein. Bis zu dreieinhalb Stunden dauert ein solcher Wettkampf. "Das geht ordentlich an die Substanz", sagt die Treptowerin. "Den Tag danach verbringe ich meistens im Bett."

Mehr als stures Geradeausfahren

Doch Kanumarathon ist nicht bloß stures Geradeausfahren. Während des Wettkampfs gibt es sogenannte Portagen, bei denen die Boote über mehrere hundert Meter über Land getragen werden müssen. Sie wiegen etwas weniger als die Boote beim Kanurennsport, zudem sind an den Kanus spezielle Haltegriffe angebracht. Es ist nicht der einzige Unterschied zu den olympischen Kanudisziplinen über 200, 500 oder 1000 Meter. Beim Kanumarathon gibt es einen Massenstart; es wird nicht in Bahnen gefahren, sondern auf einem Kurs mit Wenden, an denen es zur Sache geht, Karambolagen keine Seltenheit sind. Nachtragend seien die Fahrer nicht: "Was auf dem Wasser passiert, bleibt auf dem Wasser", sagt die Schülerin.

Mit neun Jahren saß Marie ...

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