"Nichts gegen Augsburg, aber..." - VfB-Profi redet sich in Rage

·Lesedauer: 4 Min.
"Nichts gegen Augsburg, aber..." - VfB-Profi redet sich in Rage
"Nichts gegen Augsburg, aber..." - VfB-Profi redet sich in Rage

Ein beeindruckendes Comeback im Schwaben-Derby führt zu einem Befreiungsschlag für den FC Augsburg, der Trainer Markus Weinzierl Luft verschafft.

Die kriselnden Fuggerstädter schossen den VfB Stuttgart nach Rückstand mit 4:1 (1:1) aus der WWK Arena und fuhren damit den zweien Saisonsieg ein. Ein Befreiungsschlag. Zuvor hatte Augsburg in keinem Ligaspiel mehr als ein Tor erzielt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Chris Führich (7.) hatte die Stuttgarter mit seinem ersten Bundesligator zunächst in Führung gebracht. Doch zwei Eckbälle drehten das Spiel für die Weinzierl-Elf: Erst traf Reece Oxford (30.) zum Ausgleich, dann war Innenverteidiger-Kollege Jeffrey Gouweleeuw (53.) ebenfalls per Kopf erfolgreich. Joker Florian Niederlechner (72.) und Alfred Finnbogason (81.) machten dann alles klar.

„Die Art und Weise ist das Entscheidende. Die Mannschaft ist nach dem Rückstand beeindruckend zurückgekommen und hat hochverdient gewonnen. Ein riesiges Kompliment an die Truppe. Es ist eine überragende Stimmung“, freute sich Augsburgs Manager Stefan Reuter bei DAZN.

Didavi findet deutliche Worte

VfB-Routinier Daniel Didavi fand bei DAZN deutliche Worte für die heftige Pleite: „Wir sind gut reingekommen und haben Augsburg dominiert. Es ist typisch für uns, dass wir dann aufhören. Es war ein Einstellungs-Problem. Augsburg war verunsichert, es war ein Endspiel für sie. Wir machen das 1:0 und wenn wir weitermachen, ist der Gegner tot. Wir hören aber auf Fußball zu spielen. Nach dem 1:1 haben wir uns nicht mehr dagegengestemmt.“

Der 31-Jährige redete sich regelrecht in Rage und wollte auch die schwierige Personelle Situation nicht als Ausrede zulassen: „Nichts gegen Augsburg, aber sie haben uns nicht an die Wand gespielt. Wenn du dann 4:1 verlierst. Es lag an uns. Da geht es nicht um jung oder alt. Das war nichts heute. Wenn die Einstellung gestimmt hätte, dann kann man darüber reden, wer fehlt. Das zählt für micht heute alles nicht.“

Mit dem Sieg liegen die Augsburger zwar weiter auf Relegationsplatz 16, haben mit neun Punkten aber wieder den Anschluss an das hintere Tabellenmittelfeld hergestellt. Für die ersatzgeschwächten Stuttgarter um Trainer Pellegrino Matarazzo war es nach dem Pokal-K.o. gegen den 1. FC Köln (0:2) und zuvor vier Ligaspielen ohne Niederlage der nächste Rückschlag. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

FCA-Präsident Klaus Hofmann hatte Weinzierl und Manager Stefan Reuter zuvor den Rücken gestärkt. Nach dem Pokal-Aus beim VfL Bochum wollten die bayerischen Schwaben eine Reaktion zeigen, „um jeden Zentimeter fighten, als Einheit agieren“, wie Weinzierl sagte.

Das gelang den Gastgebern zunächst aber überhaupt nicht. Der VfB übernahm vor 17.500 Zuschauern in der ausverkauften Arena das Kommando und belohnte sich mit der frühen Führung: Führich zog vom rechten Flügel ins Zentrum und traf aus etwa 18 Metern genau ins kurze Eck.

Während die Augsburger danach etwas besser ins Spiel kamen und durch Konterangriffe gefährlich wurden, wuchs die sowieso schon lange Verletztenliste des VfB weiter an. Torschütze Führich musste durch Tanguy Coulibaly (22.) ersetzt werden, wenig später konnte auch Innenverteidiger Marc Oliver Kempf (39.) verletzungsbedingt nicht weitermachen.

Mislintat: „Spiel gibt Grund zur Analyse“

„Das Spiel gibt Grund zur Analyse. Wir kriegen drei Gegentore nach Standards, das ist ein Ansatzpunkt“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat bei DAZN und spielte auf die Verletzungs-Misere des VfB an: „Wir brauchen es nicht wegzudiskutieren, dass es jetzt langsam reicht. Wir haben mit Führung und Kempf zwei Wechsel machen müssen und uns fehlen die Slots, um das zu kompensieren.“

Nach einer halben Stunde belohnte sich der FCA nach einer kurzen Druckphase. Erst scheiterte Finnbogason aus guter Position noch an Fabian Bredlow, bei der folgenden Ecke hatte der Keeper beim Kopfball des starken Oxford aber das Nachsehen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Nach dem Seitenwechsel drückten die Augsburger angefeuert von ihren Fans auf die Führung. Gouweleeuw brachte das Stadion in der 53. Minute zum Beben, Bredlow sah beim Kopfball des FCA-Kapitäns etwas unglücklich aus. Danach hielt Rafal Gikiewicz die Führung bei Chancen von Mateo Klimowicz (55.) und Orel Mangala (56.) fest.

Niederlechner, der wegen einer Operation mehrere Wochen ausgefallen war, belohnte sich nur drei Minuten nach seiner Einwechslung mit einem Tor aus kurzer Distanz, Finnbogason brachte einen Gewaltschuss ins Ziel.

---

mit Sport-Informations-Dienst (SID)

Alles zur Bundesliga bei SPORT1:


Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.