Kann Wein blau sein?

Das Alkohol – salopp gesagt – blau machen kann: alles alt bekannt. Aber das Wein selbst blau sein kann, das ist neu. Und mit dieser Revolution wollen Fünf Freunde vor allem den amerikanischen Mark aufrollen. Das tun die Jungs aus dem baskischen Bilbao aber nicht ins Blaue hinein, dreieinhalb Jahre harte Forschung stecken in der Flasche. Gemacht ist der Wein aus roten und weißen spanischen Trauben.

Taig McCarthy produziert den blauen Trunk: “Wir mischen verschiedene Trauben und dann extrahieren wir das Pigment aus der Schale der roten Trauben – es heißt Anthocyanin, das ist der blaue Farbstoff. Also, alles ganz natürlich, 100 Prozent Traube. Manchen könnte es zu süß sein, manchen ist es vielleicht nicht süß genug. Egal, es ist gut zu trinken, darum geht es uns.”

Ein alkoholisches Getränk mit 11,5 Prozent Alkohol wie viele Weine, gemacht aus Weintrauben wie alle Weine, nur sieht es nicht aus wie Wein – für Traditionalisten droht der Sturm im Weinglas. Deshalb darf der Wein in der ganzen EU und Spanien insbesondere nicht Wein genannt werden.

David Palacios ist Präsident der Spanischen Weinkonferenz und Herr über das Gremium, das bestimmt, was Wein sein darf und was nicht: “Es muss klar sein was was ist. Man darf den Konsumenten nicht verwirren. Man muss ihm klar sagen was er da kauft und trinkt.”

Also: es ist aus Trauben und hergestellt wie Wein, es schmeckt wie Wein – aber ist kein Wein, weil es mit Traubenblau gefärbt ist. Das finden die Produzenten natürlich unfair, Sorgen müssen sie sich trotzdem nicht machen: 400.000 Flaschen sind verkauft – nach Japan, Amerika oder ins ferne Australien. Nur in Spaniens Weingläsern wird die Revolution wohl ausbleiben. Aber solange sich die Konsumenten nicht verwirren lassen, kann die Revolution ruhig auch mal Blau machen.

Would you drink Blue Wine? It’s all the rage in Spain right now. https://t.co/tWVezVEE6z #wine #winelover pic.twitter.com/ZcwKwcBklg— Winetracker.co (@winetrackerco) 13. Oktober 2017