Kann Nasenspray zur Sucht werden?

Nasenspray ist für viele unverzichtbar. Doch einige bereuen später, nicht etwas sparsamer damit umgegangen zu sein. (Bild: ddp Images)


Viele kennen das Phänomen: Wer bei einer Erkältung Nasenspray benutzt, um endlich wieder atmen zu können, kommt danach nur schwer wieder davon los. Macht Nasenspray also wirklich süchtig? Und wenn ja: Woran liegt das?

Wer kennt es nicht? Der Kopf dröhnt, man niest, hustet, tropft und durch die Nase bekommt man kaum noch Luft. Ein Spritzer Nasenspray ins Geruchsorgan und plötzlich ist alles wieder viel besser. Im Nasenspray sind Mittel, die dafür sorgen, dass die Schleimhaut in der Nase abschwillt. Dadurch entsteht mehr Raum in der Nase, weniger Schleim wird produziert, man kann wieder atmen.
Nur: Manche Menschen gewöhnen sich so sehr an das Spray, dass sie es regelmäßig benutzen. Selbst, wenn die Erkältung längst abgeklungen ist.

Was macht Nasenspray also mit uns? Dem Onlinemagazin „Noizz.de“ hat der Arzt und Autor Johannes Wimmer erklärt, woran das liegt. „Wie ein Junkie“ reagiere die Nase, sagt er. Man will immer wieder spritzen. Das tut der Nase nicht gut.

Nasenspray ist ein beliebtes Mittel gegen akute Erkältungssymptome. Auch der Dalai Lama benutzt es. (Bild: AP Photo)

Die feinen Äderchen in der Nase werden durch das Medikament immer enger. Irgendwann kann das dazu führen, dass zu wenig Blut hineingepumpt wird. Laut Wimmer würden dann neue Medikamente oder sogar eine OP notwendig, was totes Gewebe und Narben zur Folge haben könne. Auch die Nasenscheidewand könne beschädigt werden, ein sogenannter „Septumeffekt“. „Wie wenn man Kokain schnupft“, sagt Wimmer.

Wimmer sagt, dass ein kalter Entzug, also das sofortige Absetzen eines Medikaments, eine schlimme Nasenverstopfung hervorrufe. Diese halte sich aber nur etwa drei bis sechs Wochen. Diese Verstopfung sei dann ein „Rebound“-Effekt. Das heißt, dass ein Symptom plötzlich wieder auftaucht, wenn ein Medikament, das eben dieses Symptom bekämpfen sollte, abgesetzt wird. Es ist also nicht gleichzusetzen mit Entzugserscheinungen, die etwa bei einer akuten Drogensucht auftreten.

Wimmer sagt aber auch, dass es Alternativen zu Nasenspray gibt. Zum Beispiel heißen Tee und Meersalz-Duschen. „Alles, was guttut.“