Kanadisches Milliardärspaar starb durch Strangulation - Mordkommission ermittelt

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Pharma-Milliardär Barry Sherman

Nach dem mysteriösen Tod des kanadischen Pharma-Milliardärs Barry Sherman und seiner Ehefrau hat die Mordkommission die Ermittlungen übernommen. Das teilte die Polizei in Toronto am Sonntag (Ortszeit) mit, nachdem eine Obduktion ergeben habe, dass die Shermans durch Strangulation ums Leben kamen. Medienberichten zufolge vermutet die Polizei, dass Barry Sherman erst seine Frau und dann sich selbst erhängte. Die Familie der beiden wies diese Theorie vehement zurück.

Der 75-jährige Sherman, Gründer des Pharmariesen Apotex, und seine fünf Jahre jüngere Frau Honey waren am Freitag in ihrer Villa in einem Nobelviertel von Toronto tot aufgefunden worden. Zuvor war ein Notruf bei der Polizei eingegangen. Kanadischen Medienberichten zufolge hatten die Shermans ihre Villa kürzlich zu einem Preis von umgerechnet 4,6 Millionen Euro zum Verkauf angeboten. Örtlichen Medienberichten zufolge war Sherman am Donnerstag nicht in seiner Firma gesehen worden.

Medien berichteten am Sonntag unter Berufung auf einen Polizeivertreter, die beiden Leichname hätten an einem Geländer am Schwimmbecken der Villa gehangen. Demnach verfolgt die Polizei die Theorie, dass Barry Sherman seine Frau tötete, ihre Leiche aufhing und dann sich selbst am Pool erhängte.

Die Familie wies diese Version entschieden zurück: "Unsere Eltern teilten eine Begeisterung für das Leben und ein Engagement für die Familie und die Gemeinde", erklärten die Kinder des Paares. Dies sei "vollkommen unvereinbar mit den in den Medien zirkulierenden Gerüchten über die Umstände ihres Todes".

"Wir sind schockiert und halten es für unverantwortlich, dass Polizeikreise die Medien den Berichten zufolge über eine Theorie unterrichteten, die weder ihre Familie und Freunde noch ihre Kollegen für wahr halten", hieß es in der Erklärung der Angehörigen weiter. Sie forderten eine "gründliche, intensive und objektive Ermittlung". Die Medien riefen sie auf, den Abschluss der Ermittlungen abzuwarten, bevor weiter über den Fall berichtet werde.

Auch die kanadische Senatorin Linda Frum, die mit dem Ehepaar Sherman befreundet war, wies die Theorie der Polizei zurück, wonach Barry Sherman seine Frau getötet haben könnte. "Er hat sie angehimmelt, er war ein sanfter, guter Mann", sagte sie der "New York Times".

Offenbar gab es keine Hinweise darauf, dass der Tod der Shermans im Vorfeld geplant wurde oder dass einer von beiden an einer Depression litt. Die Feiertage zum Jahresende wollte das Paar bei Freunden in Florida verbringen.

Sherman ist der Gründer des Generika-Produzenten Apotex. Das 1974 gegründete Unternehmen beschäftigt inzwischen mehr als 11.000 Mitarbeiter weltweit. Dem Magazin "Forbes" zufolge war Sherman mit einem Vermögen von umgerechnet rund drei Milliarden Euro der zwölftreichste Mann Kanadas.

Trotz ihres Vermögens pflegten die Shermans laut "New York Times" einen relativ einfachen Lebensstil. Demnach war ihr Haus verhältnismäßig bescheiden, sie flogen Economy Class, und Barry Sherman fuhr ein altes Auto.