Kanada drängt auf Abschluss der Nafta-Verhandlungen

Die USA, Kanada und Mexiko arbeiten seit einem Jahr an einer Neuauflage des Freihandelsabkommens. Doch viele Streitpunkte sind noch immer ungelöst.


Seit August 2017 sitzen Vertreter der USA, Mexiko und Kanada am Verhandlungstisch und ringen um eine Reform des im Jahr 1994 geschlossenen Nordamerikanischen Freihandelsabkommens (Nafta). Es ist eines der größten Handelsabkommen der Welt.

US-Präsident Donald Trump sieht die USA durch das bisherige Abkommen benachteiligt und hat mit einem Ausstieg gedroht. Doch Mexiko und Kanada haben bislang weitreichende Forderungen der USA abgelehnt.

Nun drängt Kanada auf einen baldigen Abschluss der Gespräche, die seit Monaten ins Stocken geraten sind. Die kanadische Außenministerin Chrystia Freeland sagte am Samstag: „Ich und Kanada sind sehr, sehr daran interessiert, es so schnell wie möglich abzuschließen.“

Doch einige Wirtschaftsexperten warnen, dass Kanada bei Gesprächen droht, außen vor zu bleiben. Trump hatte als Alternative zum bisherigen Abkommen nämlich eine separate Vereinbarung mit Mexiko ins Spiel gebracht. Die Wirtschaftsbeziehungen zu Kanada könnten in diesem Fall später geklärt werden, heißt es aus US-Regierungskreisen. Kommende Woche sollen sich nur Vertreter Mexikos und der USA erneut zu Beratungen treffen.


Kanadas Botschafter in den Vereinigten Staaten, David MacNaughton, verfolgte bereits am Freitag in Washington die Nafta-Gespräche zwischen dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer und dem mexikanischen Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo. Die USA und Mexiko gaben kurz darauf bekannt, optimistisch zu sein, dass noch in diesem Monat eine Einigung erzielt werden könnte.

Die ohnehin schon sehr angespannte Beziehung zwischen Kanada und den USA ist vor Kurzem auf ein noch niedrigeres Niveau gesunken. Trump belegte Kanada und andere Verbündete mit Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte, was zu Vergeltungszöllen aus Ottawa führte. Trump hat zudem damit gedroht, dem Automobilsektor höhere Zölle aufzuerlegen. Kurz nach dem G7-Treffen im Juni in Quebec bezeichnete er zudem den kanadischen Premierminister Justin Trudeau als „sehr unehrlich und schwach“.

Falls die Mexikaner und Amerikaner eine Einigung im Streitpunkt Autozölle finden, bleiben dennoch eine Reihe von ungelösten Fragen im Verhandlungsraum bestehen, sagte MacNaughton. Zu den umstrittenen Punkten zählen unter anderem Landwirtschaft und geistiges Eigentumsrecht.

Mit Material von Reuters.