Kampfansage aus Korea: Hyundais Edelmarke Genesis startet in Europa mit einem Kombi durch

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Trotz der identischen Abmessungen soll der Shooting Brake vierzig Prozent mehr Kofferraumvolumen als die Limousine bieten.
Trotz der identischen Abmessungen soll der Shooting Brake vierzig Prozent mehr Kofferraumvolumen als die Limousine bieten.

Hyundai galt hierzulande jahrelang als Billigmarke. Dieses Image konnten die Südkoreaner jedoch im Laufe der letzten Dekade ablegen. Das Rezept: Ein auf den europäischen Geschmack zugeschnittenes Design, eine verbesserte Materialauswahl und eine hohe Zuverlässigkeit, sowie das Abwerben deutscher Ingenieurstalente wie Albert Biermann. Zudem ist der Autobauer in Sachen Elektroantrieb ziemlich innovativ und fährt so auf diesem Gebiet vielen europäischen Konkurrenten davon.

Im Sommer geht es nach Europa

Auf lange Sicht möchten die Koreaner jedoch auch im lukrativen Premium-Segment Fuß fassen. Deshalb haben sie im Herbst 2015 die Edelmarke Genesis gelauncht, die eine etwas preiswertere Alternative zu Mercedes, BMW., Lexus & Co. darstellen soll und in den USA, sowie Asien bereits recht erfolgreich angelaufen ist. Ab dem kommenden Sommer soll nun auch der europäische Markt erobert werden.

Los geht es in Deutschland, der Schweiz und im Vereinigten Königreich, später sollen jedoch noch andere Länder folgen. Zum Marktstart wird Genesis hierzulande den bereits bekannten BMW X5-Gegner GV80 und den Mercedes S-Klasse-Konkurrenten G80 anbieten. Ein paar Monate später sollen die Mittelklasse-Limousine G70 und deren SUV-Pendant GV70 folgen. Die Südkoreaner sind sich bewusst, dass ein etwas kompakter und praktischer Kombi in Europa immer noch unverzichtbar ist.

Die deutsche Konkurrenz im Visier

Deshalb hat die Hyundai-Tochter speziell für den hiesigen Markt die Kombiversion G70 Shooting Brake entwickelt, der jetzt offiziell enthüllt wurde und künftig vor allem gegen den BMW 3er Touring, VW Arteon Shooting Brake und Audi A4 Avant antreten soll. Der Name deutet es jedoch bereits an: Der geräumigere G70 soll nicht nur ordentlich Stauraum bieten, sondern auch optisch ein Leckerbissen sein.

Deshalb haben die Designer ihm eine nach hinten recht steil abfallende Dachlinie und und eine schrägstehende Heckklappe verpasst. Die bekannte G70-Front mit den zweigeteilten Scheinwerfern und dem mächtigen Kühlergrill wurde beim Shooting Brake nicht verändert. Auffälliger ist dagegen das sportlich anmutende Heck mit dem dezenten Dachspoiler und den vier einzelnen Leuchteinheiten.

Bis zur B-Säule ist das Design bereits von der G70-Limousine bekannt.
Bis zur B-Säule ist das Design bereits von der G70-Limousine bekannt.

Mehr Stauraum bei identischen Maßen

Die Abmessungen gleichen denen der in ihrer Urform 2017 eingeführten und im vergangenen Jahr gründlich überarbeiteten G70 Limousine: Der Shooting Brake ist 4,68 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,40 Meter hoch. Trotzdem behauptet Genesis, dass das Kofferraumvolumen 40 Prozent über dem des Basismodells liegt. Einen genauen Wert nennt die junge Marke noch nicht, die Rückbank soll jedoch im Verhältnis 40:20:40 umgelegt werden können.

Zur Motorenpalette halten sich die Koreaner ebenfalls noch bedeckt. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der Kombi die auch im Konzernbruder Kia Stinger eingesetzten Aggregate der Limousine übernehmen wird. Diese wird in der Basis von einem 2,0 Liter-Turbovierzylinder befeuert, der 252 PS leistet und serienmäßig alle vier Räder antreibt. Möglicherweise pflanzt Genesis auch den 3,3 Liter großen und 370 PS starken Biturbo-V6 des Topmodells in den Kombi. Bei dieser Variante dürften ausschließlich die Hinterräder angetrieben werden.

Wer etwas sparsamer unterwegs sein möchte, kann voraussichtlich zu dem einzigen Diesel mir 2,2 Litern Hubraum und 202 PS greifen. Die Kraftübertragung übernimmt bei allen G70-Motorisierungen eine achtstufige Wandlerautomatik. Zu den Preisen haben sich die Südkoreaner noch nicht geäußert.

Das Cockpit ist mit edlen Materialien ausgekleidet, aber recht klassisch gehalten.
Das Cockpit ist mit edlen Materialien ausgekleidet, aber recht klassisch gehalten.
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