Bringt ein Benfica-Knipser Frankfurt in die Spur?

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Bringt ein Benfica-Knipser Frankfurt in die Spur?
Bringt ein Benfica-Knipser Frankfurt in die Spur?
Bringt ein Benfica-Knipser Frankfurt in die Spur?

Eintracht-Trainer Oliver Glasner hält sich stets zurück, wenn er auf die Suche nach einem Stoßstürmer, einem sogenannten klassischen Neuner, angesprochen wird.

Auch nach dem torlosen Remis gegen den FC Augsburg sagte der Österreicher: “Ein 1,95 Meter große Stürmer hätte vielleicht auch zwei Chancen gehabt. Aber auch er hätte diese erst verwerten müssen. Es wäre zu einfach zu sagen, dass man einen großen Spieler vorne reinstellt und dann automatisch ein Tor erzielt. So geht das nicht.” (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Doch unbestritten konnte die Lücke nach dem Abgang von André Silva zu RB Leipzig noch nicht geschlossen werden.

Trotz Offensiv-Neuzugängen: Eintracht konnte Silva-Lücke noch nicht schließen

Der Portugiese spielte zuletzt eine Fabel-Saison. Silva knackte mit 28 Treffern den von Vereinslegende Bernd Hölzenbein aufgestellten Vereinsrekord, er harmonierte blind mit Filip Kostic, der ihm acht Tore direkt auflegte. Einen solchen Mann können die Hessen freilich nicht eins-zu-eins ersetzen, die Verantwortung muss auf mehrere Schultern verteilt werden. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Die ersten Schritte sind getan. Mit Rafael Borré, Jens Petter Hauge und Jesper Lindström wurden dem Kader Technik, Tiefgang und Tempo hinzugefügt. Schon im zweiten Durchgang in Dortmund (2:5) und nun auch gegen Augsburg wurde die Spielidee sichtbar. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Was noch fehlte, war vor allem die Durchschlagskraft im letzten Drittel, die sogenannte Kirsche auf der Torte. Eben das Element, das Silva in der vergangenen Spielzeit Woche für Woche einbrachte.

Suche nach einem Stürmer hat allerhöchste Priorität

Glasner etwa beschrieb Borré: “Er hat es den Innenverteidigern schwer gemacht und sich gewehrt. Er ist aber ein anderer Typ, der an der Schnittstelle lauert.” Doch für ganz vorne? Dafür fehlen dem 1,74-Meter-Mann wichtige Zentimeter, die Flanken von Kostic konnten allesamt wegverteidigt werden.

Der Kolumbianer ist bissig, er fühlt sich im Gegensatz zu Silva als alleinige Spitze aber nicht vollumfänglich wohl. Die Eintracht weiß um diese Lücke, nach SPORT1-Informationen hat die Suche nach einem klassischen Neuner daher höchste Priorität. In der Bundesliga werden Fehler kaum verziehen, eine falsche Entscheidung kann zwischen graues Mittelmaß oder Abstiegssorgen statt Europacup bedeuten. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Vinicius? Benfica will noch abwarten

Doch die Zeit rennt, das Transferfenster schließt am 31. August. Mit Vinicius von Benfica Lissabon steht ein sogenannter Stoßstürmer auf dem Zettel der Hessen. Benfica würde den Brasilianer allerdings gerne verkaufen oder bei einem Leihgeschäft eine Kaufpflicht einbauen. Die Portugiesen werden noch abwarten wollen, ob ein zahlungskräftigerer Klub anklopft.

Nach dem Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen die PSV Eindhoven könnte es noch mehr Bewegung geben. Nach SPORT1-Informationen ist ein Deal aber noch lange nicht perfekt, der Poker zieht sich noch in die Länge.

Der Eintracht sind dabei aktuell die Hände gebunden. Der Umsatz hat sich in der Coronakrise auf 150 Millionen Euro halbiert, der Verlust beträgt 45 Millionen Euro. Den Frankfurtern fehlt das Tafelsilber im Kader, die erhofften spektakulären Offerten für Daichi Kamada oder Filip Kostic blieben aus. Die Mannschaft wirkt daher noch immer nicht ausbalanciert, neben einem Angreifer täte den Hessen zudem ein defensiver Mittelfeldspieler gut.

Typ Weghorst täte der Eintracht gut

Sportvorstand Markus Krösche steht daher vor einer hochkomplizierten Aufgabe. Einerseits muss das Team verjüngt werden, andererseits benötigt es für die Europa League und das Bundesliga-Rennen um die oberen sechs Plätze Qualität, die sofort hilft. Es gilt Zukunft und Gegenwart in Einklang zu bringen.

Über allem steht deshalb die Suche nach einem Silva-Nachfolger. Glasner hat in seinen beiden Jahren in Wolfsburg mit Wout Weghorst genau einen solchen Spielertypen gehabt, der Niederländer war in engen Partien das Zünglein auf der Waage. Er wäre es möglicherweise gewesen, der das goldene Tor gegen den FCA erzielt hätte. So, wie es Silva regelmäßig tat.

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