Königsklasse ade? Leipzig erlebt Debakel gegen Bayer

Leverkusens Julian Brandt (m.) war gegen RB Leipzig der überragende Spieler

Vizemeister RB Leipzig hat nach dem Vertragswirbel um Trainer Ralph Hasenhüttl im Kampf um die Champions-League-Plätze eine deutliche Niederlage kassiert.

Gegen den direkten Konkurrenten Bayer Leverkusen unterlagen die Sachsen in einem ansehnlichen Spiel nach 1:0-Führung noch mit 1:4 (1:1) und rutschten mit 46 Punkten auf Rang sechs ab.

Leverkusen sprang mit 48 Zählern auf Rang vier, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigt. (Die Tabelle der Bundesliga)

Bayer musste den Sieg jedoch teuer bezahlen, da Sven Bender und Wendell verletzungsbedingt ausgewechselt werden mussten. Zudem verletzte sich auch Torhüter Bernd Leno leicht.

"Wir müssen das in Leverkusen genauer untersuchen. Bei beiden habe ich nur die Info, dass es nicht so gut aussieht. Bernd Leno geht es auch nicht so gut. Der hat Schmerzen im Knie. Ich hoffe, dass er Samstag spielen kann", sagte Bayer-Coach Heiko Herrlich bei Eurosport.

Leverkusen dreht Partie

Marcel Sabitzer (17.) hatte die Gastgeber in Führung gebracht, ehe Kai Havertz (45.), Julian Brandt (51.), Panagiotis Retsos (56.) und Kevin Volland (69.) Leverkusen zum Sieg schossen. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Lange Zeit zum Durchatmen bleibt Hasenhüttls Mannschaft derweil nicht. Im Viertelfinal-Rückspiel in der Europa League spielt RB am Donnerstag (Countdown ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) bei Olympique Marseille.

Das Hinspiel hatte Leipzig am vergangenen Donnerstag im eigenen Stadion mit 1:0 gewonnen.


Hasenhüttl: Ausgleich war der Knackpunkt

"Ich glaube, dass das Tor vor der Halbzeit der Knackpunkt war. Der Gegner war sehr gut und hat uns in den entscheidenden Phasen vor unlösbare Aufgaben gestellt", sagte Hasenhüttl.

"Die Leipziger haben es am Anfang sehr gut gemacht. Nach dem 1:0 haben wir uns aber gefangen. Solche Spiele machen Spaß. Ich glaube, wir sind der verdiente Sieger", sagte der starke Brandt: "Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen."

RB-Kapitän Willi Orban erklärte: "In der zweiten Hälfte ist alles gegen uns gelaufen."

Rangnick bestätigt Mintzlaff

In der Causa Hasenhüttl bekräftigte RB-Sportdirektor Ralf Rangnick vor der Leverkusen-Partie noch einmal, dass der angeblich von Bayern München und Borussia Dortmund umworbene Cheftrainer klar den Willen zur Vertragsverlängerung über 2019 hinaus geäußert habe. 

Zuvor hatte bereits RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im CHECK24 Doppelpass gesagt: "Die Probleme, die andere Vereine bei der Trainersuche haben, interessieren uns nicht. Es ist klar, dass wir mit Ralph Hasenhüttl in die kommende Saison gehen."


Auch Hasenhüttl hatte am Sonntag seine Haltung zur Thematik klar geäußert. Er warte auf ein Angebot des Vereins, der nun "am Zug" sei. Druck wolle er in der Angelegenheit jedoch nicht machen.

"Ich erwarte gar nichts. Ich wollte nur dokumentieren, dass ich mit der Ausrichtung des Vereins zufrieden bin und ich mir jetzt vorstellen kann, über 2019 hinaus hierzubleiben", sagte der 50-Jährige am Montag.

Munterer Schlagabtausch zu Beginn

Vor 35.617 Zuschauern, von denen sich bei weitem nicht alle dem angekündigten 45-minütigen Stimmungsboykott gegen die Montagsspiele anschlossen, lieferten sich beide Mannschaften zu Beginn einen munteren Schlagabtausch. (Spielplan und Ergebnisse)

Die erste Chance verzeichnete jedoch Leverkusen. Innenverteidiger Jonathan Tah (4.) scheiterte per Kopfball an RB-Torwart Peter Gulacsi.


Nach dem Tor von Sabitzer spielten die Teams höchst druckvolles Pressing und drängten auf den nächsten Treffer, womit sich Leverkusen den Ausgleich verdiente.

Im zweiten Durchgang rannte RB gerade zu Beginn häufig in Konter der Gäste und trat selbst offensiv nicht gefährlich genug auf. Bayer nutzte seine Schnelligkeit sowie individuelle Klasse aus und trieb die gegnerische Abwehr in dieser Phase vor sich her. 

Hier und da versuchte RB, sich zu einem letzten Aufbäumen zu motivieren, mit seinen Treffern zog Bayer den Hausherren den Zahn aber recht schnell.

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