Kampf gegen zweite Corona-Welle: Italien vor ersten Teil-Lockdowns

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ROM (dpa-AFX) - Italien steht im Anti-Corona-Kampf vor Teil-Lockdowns in mehreren Regionen. Nach gleichlautenden Medienberichten vom Dienstag könnten unter anderem die Lombardei und das Piemont im Norden zu sogenannten roten Zonen mit besonders hohem Risiko erklärt werden. Die autonome Provinz Südtirol nahm erhebliche Verschärfungen bereits vorweg und macht viele Läden ab Mittwoch dicht.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte am Montag in Rom ein Dekret angekündigt, wonach der Corona-Schutz in bestimmten Stark-Risiko-Zonen hochgefahren werden soll. Außerdem plant Rom landesweite nächtliche Ausgangssperren. Die letzten Verhandlungen mit den 20 Regionen und mit Experten zu dem Dekret liefen am Dienstag noch. Der Erlass wurde für den Abend oder für Mittwoch erwartet.

In der Provinz Südtirol gilt bereits ab Mittwoch eine Ausgangssperre von 20.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr morgens. Die Vorschrift gelte zunächst bis zum 22. November, teilten die Verantwortlichen in Bozen am Montag mit. Hotels dürfen keine neuen Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Gäste auf Arbeitsreisen. Einzelhandelsgeschäfte - mit Ausnahme für Lebensmittel und den täglichen Bedarf - werden geschlossen.

Die Regierung in Rom hatte ihre Maßnahmen zum Corona-Schutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Sie will aber einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr bei der ersten Virus-Welle vermeiden. Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Montag rund 22 250 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. In Italien steckten sich im Schnitt Ende Oktober in einer Woche bezogen auf 100 000 Einwohner etwa 167 Menschen mit dem Virus an.