Kampf gegen Krebs: Sport-Stars lassen die Hüllen fallen

SID
·Lesedauer: 2 Min.

Ja, sagt Uli Roth, es sei schon eine ziemliche Hürde gewesen, "aber wir haben sie alle gemeistert". Sich vor laufenden TV-Kameras im Tanz nackt auszuziehen - nicht gerade alltäglich, der guten Sache in diesem Fall aber sehr dienlich.

"Showtime of my Life" heißt das Format, mit dem der TV-Sender Vox am Montag und Dienstag (jeweils 20.15) auf die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen im Kampf gegen den Krebs hinweisen will.

Der frühere Handball-Nationalspieler Uli Roth, 1984 in Los Angeles Olympiazweiter mit der deutschen Mannschaft, ist einer dieser Promis, die sich für die so wichtige Sache ausziehen. 2009 erkrankten er und sein Zwillingsbruder Michael an Prostatakrebs, erkannt wurde es bei einer Vorsorgeuntersuchung. "Die hat uns das Leben gerettet", sagt der 58-Jährige.

Roth, Angerer, Russ und Boy lassen Hüllen fallen

Trotz der Bedeutung der Krebsfrüherkennung haben nach wie vor viele Menschen Hemmungen, wenn es darum geht, sich beim Arzt auszuziehen und untersuchen zu lassen.

Viele haben auch Angst vor dem, was dabei rauskommen könnte, aber das kann Roth überhaupt nicht nachvollziehen: "Ich habe kein Verständnis für jemanden, der sagt: Ich will gar nicht wissen, was ich habe." Er wolle das immer und vor allem frühzeitig wissen, denn "dann kann einem geholfen werden".

Bei Vox sind neben Roth aus dem Bereich Leistungssport auch die frühere Welttorhüterin Nadine Angerer, der ehemalige Turn-Europameister Philipp Boy oder Bundesliga-Fußballer Marco Russ dabei. Sie alle haben eine ganz spezielle Geschichte, die sie mit der Krankheit verbindet.

Russ betont Wichtigkeit von Vorsorgeuntersuchung

Waren es bei Angerer die Mutter und die Tante, bei denen dank einer Vorsorgeuntersuchung der Brustkrebs rechtzeitig entdeckt wurde, so hat Russ vor wenigen Jahren selbst die Diagnose Prostatakrebs erhalten.

"Meine Botschaft ist, zu zeigen, wie wichtig es als Mann ist, früh zur Vorsorge zu gehen", sagt der langjährige Profi von Eintracht Frankfurt: "Die Angst davor zu nehmen und sich viel Zeit für seinen eigenen Körper zu gönnen."

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Roth hat festgestellt, dass "Frauen sehr viel ernsthafter und emotionaler mit dem Thema umgehen als Männer". Deshalb appelliert er auch an Ehefrauen und Freundinnen, sich als treibende Kraft zu positionieren: "Männer sind da oft zurückhaltender, weil viele beim Kinderarzt letztmals eine Praxis von innen gesehen haben und die Hemmschwelle oft recht hoch ist."

Angst, sagt der frühere Handballer, müsse jedenfalls niemand haben: "Ein Besuch beim Zahnarzt ist für mich heute noch deutlich unangenehmer als jede Vorsorgeuntersuchung."