Kampf gegen Diktatur: Generalstreik lähmt Krisenland Venezuela

dpa-AFX

CARACAS (dpa-AFX) - Mit einem 48-stündigen Generalstreik verschärft die Opposition im Krisenland Venezuela den Kampf gegen Präsident Nicolás Maduro. Der sozialistische Staatschef soll mit dem Ausstand an diesem Mittwoch und am Donnerstag gezwungen werden, die für Sonntag geplante Wahl von 545 Mitgliedern einer verfassungsgebenden Versammlung abzusagen. Die Opposition will die Wahl boykottieren, da die von Maduro geplante Zusammensetzung und der Wahlmodus den seit 1999 regierenden Sozialisten eine Mehrheit sichern wird - befürchtet wird der Umbau hin zu mehr Macht für Maduro.

Zwar kam am Mittwoch in einigen Städten das öffentliche Leben zum Erliegen, aber hunderte Unternehmen sind in Besitz des Staates und des Militärs. Seit Ausbruch der Proteste im April starben über hundert Menschen, tausende wurden verletzt und über 4500 wurden festgenommen. Auslöser war die zeitweise Entmachtung des von der konservativen Opposition dominierten Parlaments. Zehntausende Menschen sind nach Brasilien und Kolumbien geflüchtet.

Lebensmittel werden gehortet, es wird eine Eskalation befürchtet. Maduro hat bereits angekündigt, das Sozialismusprojekt auch mit Waffengewalt verteidigen zu wollen. Die USA drohen mit Sanktionen, sollte die Wahl stattfinden. Trotz der Spannungen sind die USA bisher größter Abnehmer von Öl, Venezuela hat die größten Reserven der Welt. Wegen Misswirtschaft, des gefallenen Ölpreises und der fast monatlich fälligen Rückzahlungen von Auslandsschulden fehlt es an Devisen, um ausreichend Lebensmittel und Medikamente aus dem Ausland einzuführen - überall prägen Schlangen und im Müll nach Essen suchende Menschen das Bild im einst reichsten Land Südamerikas.