Kampagne gegen Catcalling: Bittere Instagram-Selfies sollen Augen öffnen

(Foto: Instagram, dearcatcallers)

Die Niederländerin Noa Jansma kennt das, was vielen Geschlechtsgenossinnen vertraut vorkommen dürfte: Wenn sie unterwegs ist, pfeifen ihr oft Männer hinterher. Dieses sogenannte Catcalling ist vor allen in den südlichen europäischen Ländern verbreitet – doch das heißt nicht, dass sich Frauen dabei wohlfühlen! Was als Kompliment gemeint ist, wird meist als sexuelle Belästigung empfunden, da Frauen dabei auf Objekte reduziert werden. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Kampagnen, die darauf aufmerksam gemacht haben. Doch keine hat derartige Aufmerksamkeit generiert wie die aktuelle von Noa Jansma, die sich etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen.

Demütigung in Bildern

Nachdem Jansma in einem Zug von zwei Männern belästigt wurde, reifte in ihr die Idee, Selfies mit ihren Peinigern zu machen und diese auf ihrer Instagram-Seite ‘dearcatcallers’ hochzuladen. Auf diese Weise dokumentierte sie ihren Alltag, der oftmals belastend für sie ist, wie an den Bildern unschwer zu erkennen ist. Denn während die Männer, die von ihr zu einem Selfie gebeten wurden, stolz in die Kamera grinsen, gibt sich die niederländische Studentin grimmig. Dabei war jeder der Catcaller nur zu gerne bereit, ein Foto mit ihr zu machen. Lediglich einer habe sie gefragt, wofür das Selfie gedacht sei – die anderen schienen hauptsächlich glücklich zu sein, mit ihr auf einem Bild sein zu können.

Nichts ist vorbei

Mittlerweile hat Jansma 30 Selfies gesammelt und damit über 50.000 Fans auf Social Media begeistert. Unzählige Nutzer schreiben ihr Nachrichten, in denen sie ihr zu diesem Projekt gratulieren und ermutigen weiterzumachen. Zu ihrem ersten Post auf der Seite schrieb die junge Niederländerin:
“#dearcatcallers, es ist kein Kompliment. Diese Instagramseite hat es sich zum Ziel gesetzt, Aufmerksamkeit dafür zu generieren, dass Frauen im alltäglichen Leben immer wieder auf Objekte reduziert werden. Weil viele Menschen immer noch nicht wissen, wie oft und in welchem Kontext ‘Catcalling’ geschieht, werde ich meine Catcaller in einem Zeitraum von einem Monat zeigen. Indem ich ein Selfie mache, sind sowohl der Objektivierer und das Objekt in einem Bild versammelt. Ich stelle die umgekehrte Machtstruktur dar, indem ich vor den Catcallern stehe.”
Dieser Monat ist zwar nun vorbei, aber es ist zu erwarten, dass andere Frauen dem Vorbild folgen und ähnliche Projekte auf die Beine stellen werden – das hofft zumindest Noa Jansma.