Kammer eröffnet 'Business Center' für deutsche Unternehmen im Iran

dpa-AFX

TEHERAN (dpa-AFX) - Die Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer hat in Teheran das erste "German Business Center" für die Beratung deutscher Unternehmen im Iran eröffnet. Die neue Abteilung soll den Firmen bei Geschäften in dem Land zur Seite stehen. "Das neue Center ist ab jetzt das Herz für bilaterale Treffen und Verhandlungen", sagte Kammerpräsident Omid Jaraghi bei der Eröffnungsfeier am Donnerstag. Geplant ist demnächst auch eine juristische Abteilung für politisch-wirtschaftliche Beratungen.

Bei der Eröffnungsfeier, an der auch der deutsche Botschafter in Teheran und sein iranischer Kollege aus Berlin teilnahmen, ging es in erster Linie um US-Präsident Donald Trump. Seine Kritik an dem Wiener Atomabkommen von 2015 zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland hat die deutschen Unternehmen bei ihren Iran-Geschäften erneut verunsichert. "Nach dem Abkommen und der Aufhebung der Sanktionen schien alles gut, bis dieser Trump auftauchte", sagte der iranische Botschafter in Berlin, Ali Madschedi.

Das Handelsvolumen der beiden Länder habe im vergangenen Jahr ungefähr drei Milliarden Euro betragen, sagte Schatzmeister Tim Latif. In der ersten Hälfte dieses Jahres sei der Außenhandel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 25 Prozent gestiegen. Die Tendenz in der Zukunft sei aber wegen der Iran-Politik von Trump unsicher.

Laut Latif hatte sich Iran nach dem Atomabkommen vor rund zweieinhalb Jahren definitiv mehr Geschäfte besonders mit Deutschland erhofft. Die Iraner streben kurzfristig ein Handelsvolumen von 15 Milliarden Euro im Jahr an. Für Latif ist diese Erwartung bis auf weiteres unrealistisch.