Kambodscha empfängt jahrhundertealte Raubkunst mit Prozession in Hauptstadt

Zurückgegebener Goldschmuck

Mit einer Prozession durch die Hauptstadt Phnom Penh hat Kambodscha am Samstag die Rückkehr geraubten Goldschmucks aus den uralten Tempelanlagen von Angkor Wat begrüßt. Das kostbare zehnteilige Set, zu dem eine goldene Krone zählt, war in den 70er Jahren während des kambodschanischen Bürgerkriegs geraubt worden und dann im vergangenen Jahr unvermutet im Angebotskatalog eines Londoner Kunsthändlers aufgetaucht.

In Schaukästen wurden die kostbaren Stücke nun durch die Straßen der Hauptstadt getragen, hunderte Kambodschaner flankierten die Prozession. Zu sehen waren dabei Schmuckstücke wie Ohrringe, Armreifen und Brustornamente.

Die Werke hatten jahrzehntelang als verschollen gegolten. Nach ihrem Auftauchen in London setzte sich die kambodschanische Regierung für eine Rückgabe ein. Der Londoner Kunsthändler, der sie im Verkaufsangebot führte, stimmte der Rückgabe schließlich zu.

Der Goldschmuck stammt aus der Zeit des mächtigen Khmer-Reiches, das zwischen dem neunten und 15. Jahrhundert weite Teile Südostasiens beherrschte. Seinen Sitz hatte es an den gewaltigen Tempelanlagen von Angkor Wat.

Während der französischen Kolonialherrschaft und in der Zeit des Bürgerkriegs in den 70er und 80er Jahren wurden viele Kunstschätze Kambodschas geplündert und auf dunklen Wegen ins Ausland geschafft.