Kamala Harris wird für ihre Outfits kritisiert – und die Empörung darüber ist groß

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 4 Min.

Die US-Vizepräsidentin trägt gerne Kleidung des Luxuslabels Dolce & Gabbana. Daran gibt es viel auszusetzen, wenn es nach der Betreiberin eines eigens zur Look-Kritik der Kamala Harris gegründeten Instagram-Accounts geht.

Kamala Harris wurde für die Wahl ihrer Kleidung kritisiert, was viele Twitter-User als diskriminierend empfinden. (Bild: Getty Images)
Kamala Harris wurde für die Wahl ihrer Kleidung kritisiert, was viele Twitter-User als diskriminierend empfinden. (Bild: Getty Images)

Welche Lieblingsmarke hat Mike Pence getragen? Ihr wisst es nicht? Das ist auch kein Wunder, denn das hat auch niemanden interessiert. Selbstredend wurde über den Amtsvorgänger von Kamala Harris viel berichtet – die falsche Wahl seiner Anzüge gehörte aber nicht dazu. Ganz anders bei Harris: Ihr wurde mit "Kamala's Closet" gar ein eigener Instagram-Account gewidmet, der sich ausschließlich mit der Wahl ihrer Kleidung auseinandersetzte – und das nicht gerade auf eine schmeichelnde Art und Weise.

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Wie die Betreiberin Vittoria Vignone nach langer und harter Recherche herausgefunden hat, ist Kamala Harris ein großer Fan der italienischen Luxusmarke Dolce & Gabbana – und das ist ihr aus mehreren Gründen nicht recht. Über den Account "Kamala's Closet" wurden mehrere Posts geteilt, auf denen die US-Vizepräsidentin jeweils mit einem anderen D&G-Piece zu sehen ist – dazu folgte später eine Instagram-Story, die Vignone so kommentierte: "War es ein Versehen von ihrem Team? Sie könnten und sollten besser sein, besonders nach den Triumphen der letzten Wochen." Anschließend prangert Vignone an, dass Harris bei ihren öffentlichen Auftritten keine Kleidung von amerikanischen Designern trägt: "Ich denke, es ist keine gute Idee von Kamala, so viele teure Stücke in ihrer ersten Amtswoche zu tragen. Und ich bin außerdem der Meinung, dass sie keine Marken von Unternehmen tragen sollte, die nicht aus Amerika kommen, vor allem, weil es so viele amerikanische Labels gibt, aus denen sie wählen könnte."

Auf dem Instagram-Account "Kamala's Closet" wurde die Kleiderwahl der Vizepräsidentin kritisiert. (Bild: Screenshot Instagram / Kamala's Closet)
Auf dem Instagram-Account "Kamala's Closet" wurde die Kleiderwahl der Vizepräsidentin kritisiert. (Bild: Screenshot Instagram / Kamala's Closet)

Auch die Tatsache, dass Dolce & Gabbana-Mitbegründer Stefano Gabbana in der Vergangenheit immer wieder mit Rassismusvorwürfen konfrontiert wurde, macht Vittoria Vignone der US-Vizepräsidentin zum Vorwurf. Auch, wenn dies nicht so sehr im Mittelpunkt der Kritik steht, das tun nämlich die Preise für die einzelnen Kleidungsstücke: Demnach trug Harris einen Blazer im Wert von 2.395 US-Dollar (rund 1990 Euro), eine Hose für 875 US-Dollar (rund 727 Euro) und auf einem anderen Bild einen Wollpullover für 1165 US-Dollar (rund 968 Euro).

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Die Posts auf Instagram fanden großen Anklang: Viele Follower gaben Vignone recht und machten ihrem Unmut über die teure Kleiderwahl von Harris in den Kommentaren Luft. Dann wurde "The Guardian" auf den Account aufmerksam und teilte einen Artikel zu diesem Thema auf Twitter, wo die Stimmung komplett umschlug. Unzählige Frauen unterstützen in den Kommentaren Kamala Harris und finden – nennen wir es mal – recht deutliche Worte gegenüber Vignone. Die sind wohl angekommen, denn der Instagram-Account "Kamala's Closet" wurde vor wenigen Stunden gelöscht.

"Also soll unsere 'First Black Asian Woman' billige Kleidung tragen? Welche Sorte von rassistischem Sh*t ist das denn?", schreibt eine empörte Nutzerin auf Twitter:

Eine andere fordert: "Nennt die Preise der Kleidung der männlichen Regierungsmitglieder!"

Und tatsächlich ist es diese Ungerechtigkeit, über die sich die meisten Twitter-Nutzer unter dem "Guardian"-Artikel auslassen: "Warum muss sich Vizepräsidentin Harris für ihre Kleiderwahl rechtfertigen? Würdet ihr so etwas auch schreiben, wenn es um einen Mann ginge?", fragt eine Kommentatorin, während eine andere sarkastisch anmerkt: "Es tut mir leid, habe ich den Artikel verpasst, in dem es darum geht, was Mitch McConnell (Senator von Kentucky, Anm. d. Redaktion) diese Saison trägt?"

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