So kam ein schwarzer Musiker zu Freunden aus dem Ku-Klux-Klan

Daryl Davis (Bild: Reddit)

Daryl Davis ist ein schwarzer Musiker, Schauspieler, Autor und Redner, der seit Jahren vor allem eines macht: Er sucht ganz bewusst den Kontakt zu Mitgliedern des Ku-Klux-Klans. Auf der Website “Reddit“ hat er sich den Fragen der Nutzer gestellt und erklärt, warum zum Teufel er das macht.

Gefragt nach dem Ziel seiner Konversationen mit den Klan-Mitgliedern schrieb Daryl Davis, er wolle so viel wie möglich über Rassismus lernen und einen Weg finden, wie man am besten damit umgehen könne. Wobei am Anfang der Idee nicht das Ziel stand, die Rassisten zu bekehren: „Ich hatte einfach nur eine Frage im Kopf, die ich mir schon als Kind gestellt hatte: ‘Wie kannst du mich hassen, wenn du mich gar nicht kennst?’“

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Alleine durch die Kommunikation mit ihm hätten viele der Geheimbündler angefangen, ihre Überzeugungen zu hinterfragen. Einige wären daraufhin ausgetreten. “Und ich war verblüfft“, schreibt Davis, der seitdem davon überzeugt ist: “Der Kontakt und das Gespräch zwischen zwei Personen ist der Schlüssel zur Lösung vieler Probleme in diesem Land, nicht nur der rassistischen.“ Denn wer sich immer nur mit Gleichgesinnten umgibt, dessen Ansichten werden immer nur reflektiert, aber nie in Frage gestellt.

Davis schreibt weiter, viele ehemalige Klan-Mitglieder hätten erst im Nachhinein realisiert, dass es die Gespräche mit ihm waren, die sie zum Umdenken bewegt hätten. 200 Ku-Klux-Klan-Mitglieder hat er nach eigenen Angaben bereits bekehrt. Einige davon hätten ihm dann ihre Roben geschickt, die er alle bei sich zu Hause aufbewahre, um eines Tages ein Museum zu eröffnen. Im Beisein einiger neuer Freunde übrigens, die ihm die außergewöhnliche Aktion beschert hat.