Ich kam nach Deutschland, um mein Glück zu finden – und bekam Hartz IV

Elżbieta Kremplewski

Im Video oben: Wie Jobcenter Hartz-IV Empfänger im Stich lassen

Ich kam aus Polen nach Deutschland, um mein Glück zu finden. Was folgte, waren schlecht bezahlte Jobs, Arbeitslosigkeit und Hartz IV. Dennoch ist dieses Land meine Heimat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Polen kam ich nicht aus wirtschaftlichen oder politischen Gründen nach Deutschland. Obwohl im damals kommunistischen Polen natürlich nicht dieselbe Vielfalt herrschte wie im Westen und unsere Möglichkeiten deutlich eingeschränkter waren, war mein Leben dort nicht schlecht.

Mein Grund, auszuwandern, war ein privater: Mein zukünftiger Mann wollte aus politischen Gründen nicht nach Polen zurück – deswegen bin ich ihm gefolgt. Ich wollte endlich eine Familie gründen.

Hochzeitstag im Januar 1987.

Der Plan war also: heiraten, Kinder kriegen, Hausfrau werden. Mein Mann wollte uns allein versorgen. Dass unsere Pläne nicht aufgehen würden, merkte ich recht bald nach meiner Ankunft.

Deutschkurse wurden Migranten wie mir nicht finanziert

Vielleicht war ich zu naiv, vielleicht habe ich mich zu sehr auf die Worte meines Mannes verlassen: “Das wird schon alles werden” – aber auf die Schwierigkeiten, die mir begegneten, war ich nicht gefasst.

Elżbieta Kremplewski mit ihrer Tochter Agatha, als diese etwa zwei Jahre alt war.

Zunächst einmal die Landessprache: Ich konnte kein Wort Deutsch. Ich wollte die Sprache gerne lernen – aber die Sprachkurse waren zu teuer, finanziert wurden sie Migranten wie mir nicht.

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Ich lernte also vom Fernsehen, von der Straße, später von meiner Tochter. Mein Mann schrieb mir kleine Zettel mit Floskeln...

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