Kalaschnikow-Produktion in Indien gestartet

MOSKAU/DELHI (dpa-AFX) -Ein indisch-russisches Gemeinschaftsunternehmen hat in Indien mit der Herstellung des Sturmgewehrs Kalaschnikow begonnen. "Mit dem Start der Serienproduktion des Sturmgewehrs Kalaschnikow AK-203 bekommen die Sicherheitsorgane Indiens eine hochwertige, bequeme und moderne Schusswaffe", zitierte die staatliche russische Rüstungsexportbehörde Rosoboronexport am Dienstag den Chef des Rüstungskonzerns Rostech, Sergej Tschemesow. Die ersten Lieferungen an die indische Armee erwarte man in Kürze.

Moskau und Delhi hatten im Dezember 2021 den Bau einer Fabrik im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh vereinbart. Auf Basis des Joint-Ventures Indo-Russian Rifles Private Limited sollen über den Zeitraum von mehr als zehn Jahren rund 600 000 Gewehre in Indien produziert werden, sagte der indische Armeechef General Manoj Pande kürzlich. Bis März sollen zunächst rund 5000 AK-203 hergestellt werden, sagte Pande. Die Waffen seien in erste Linie für den Bedarf der indischen Sicherheitsorgane gedacht, hieß es. "Darüber hinaus kann das Joint Venture seine Produktion in Drittländer exportieren", teilte der Generaldirektor von Rosoboronexport, Alexander Michejew, mit.

Das Ursprungsmodell AK-47 wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Michail Kalaschnikow entwickelt. Das nach ihm benannte Gewehr gilt inzwischen als die am weitesten verbreitete Schusswaffe weltweit. Moskau und Delhi pflegen traditionell enge Beziehungen - auch im militärischen Bereich. Die meiste Militärausrüstung in Indien kommt aus Russland. Auch deshalb ist Indien im Ukraine-Krieg neutral geblieben. Indien möchte aber seine Waffenlieferungen zunehmend diversifizieren und auch lokal produzieren. Grundsätzlich möchte das Land sein Militär modernisieren - gerade auch seit einem militärischen Zusammenstoß an der gemeinsamen Grenze zu China.