Kal Penn veröffentlicht rassistische Drehbücher auf Twitter

Schauspieler Kal Penn findet es fragwürdig, als „pakistanischer, verschwitzter Computer-Nerd“ gecastet zu werden. (Bild: ddp Images)


Sexy Blondine oder knallharter Gangsterboss: Rollenklischees sind in vielen Hollywood-Drehbüchern gang und gäbe. Dass Rassismus ebenfalls zum Alltag vieler Schauspieler gehört, prangert Schauspieler Kal Penn („Dr. House“) jetzt auf Twitter an.

„Ghandi lookalike“ oder „pakistanischer Computer-Nerd“: Beschreibungen wie diese klingen zunächst harmlos. Doch dass sich viele Drehbuchautoren völlig selbstverständlich kultureller Stereotype bedienen, ist für Kal Penn ein echtes Problem. Der indisch-amerikanische Schauspieler hat jetzt auf Twitter Skripte veröffentlicht, die ihm vor allem zu Beginn seiner Karriere zugeschickt wurden. Darunter Drehbücher von Serien wie „Sabrina“ oder „King of Queens“.


„Ich habe diese Serie geliebt, bevor ich zu dem Casting eingeladen wurde“, schreibt der Schauspieler zu diesem Auszug aus einem Dialog einer „King of Queens“-Folge. Die Idee, einen indischen Namen möglichst oft falsch zu verstehen – etwa als „Sindbad“ – findet er heute alles andere als witzig. Auch an ein Vorsprechen für einen Werbeclip hat Kal Penn keine guten Erinnerungen, wie dieser Post zeigt:


Gewünscht war laut des Drehbuchauszugs ein „pakistanisch aussehender Computer-Nerd“, der in einem verdreckten Büro in einem albernen Outfit zu sehen sein sollte. „Woah, ich erinnere mich. Das war einer meiner ersten Werbejobs. Die Make-up-Leute wollten Vaseline benutzen, um den verschwitzten, ungewaschenen Look zu erzeugen“, schreibt Penn dazu. Auch wurde regelmäßig ein vermeintlich typischer indischer Akzent von ihm gefordert, der Penns Meinung nach idealerweise nach „Abu“ von den Simpsons klingen sollte.

Kal Penn spielt in der 2016 gestarteten Politserie „Designated Survivor“ mit Kiefer Sutherland mit. (Bild: ddp Images)

Klischees und überzogene Rollen dienen in vielen Filmen als gängiges Stilmittel. Auch Kal Penn, der aktuell in der US-Politserie „Designated Survivor“ mit Kiefer Sutherland zu sehen ist, kann teilweise über die Ideen in den Drehbüchern lachen. Doch auf die Idee, dass viele Schauspieler sich rassistisch beleidigt fühlen könnten, kam offenbar niemand. Die Twitter-Aktion des Schauspielers könnte das nun ändern.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Kal Penn für Gleichberechtigung und gegen Rassismus stark macht. Erst kürzlich startete er eine Spendenkampagne für syrische Flüchtlinge, nachdem er selbst rassistisch beleidigt worden war.


„An den Typen, der gesagt hat, ich würde nicht nach Amerika gehören: Ich habe eine Fundraising-Kampagne in deinem Namen gestartet“, schrieb der Schauspieler dazu. Mit der Aktion sammelte er bereits über 800.000 US-Dollar.

In der ABC-Serie „Designated Survivor“ spielt Kal Penn übrigens einen Pressemitarbeiter im Weißen Haus. Und kann sich dabei glücklicherweise einen überzogenen Akzent oder ein absurdes Outfit sparen.