Kaepernick-Farce: Sherman attackiert NFL-Teams

Stefan Schnürle, Nadine Anna Münch
Richard Sherman (links) spricht sich für Colin Kaepernick aus

Nachdem Ray Lewis, Ex-NFL-Profi der Baltimore Ravens, Quarterback Colin Kaepernick geraten hat, über soziales Engagement Stillschweigen zu bewahren, meldet sich nun ein NFL-Superstar zu Wort.

Richard Sherman, der Anführer der "Legion of Boom" bei den Seattle Seahawks, springt dem Ex-Quarterback der San Francisco 49ers zur Seite. 

Im Interview mit USA Today kritisierte der Cornerback, der für sein Engagement bekannt ist und auch unangenehme Punkte schonungslos anspricht,  die NFL-Teams, die eine Verpflichtung Kaepernicks aufgrund dessen Nationalhymnen-Protest meiden.

"Er wird schlicht und einfach abgewiesen und sein Ruf wird geschädigt. Nicht mal mit Mike Vick (wegen Verstrickungen in illegale Hundekämpfe inhaftiert und von der NFL suspendiert) habt ihr das gemacht. Er ist vielleicht nicht der Beste, aber er ist besser als viele der anderen Starting-Quarterbacks", sagte Sherman.

Der Supertar der Seahawks forderte, dass viel mehr Spieler etwas sagen und Kaepernick moralisch zur Seite stehen sollten: "Jeder, der nicht für ihn Wort ergreift, erweist ihm einen Bärendienst."


NBA-Legende steht zu Kaepernick

Auch NBA-Legende Kareem Abdul-Jabbar (früher Ferdinand Lewis Alcindorforderte in seiner Kolumne für das Online-Portal The Hollywood Reporter (THR), dass sich die NFL-Spieler mit Kaepernick solidarisieren und ihn verteidigen sollen, denn dieser kämpfe für soziale Gerechtigkeit - und auch um einen Job.

"Diese Präferenz, vor allem in der NFL, zu 'kopflosen' Athleten, die sich nicht zur Politik äußern dürfen in einem der turbulentesen Abschnitte der amerikanischen Geschichte, wirft uns zurück in eine Zeit, in der erwartet wurde, dass Athleten die Klappe halten und sich auf Sport konzentrieren sollten. Diese Tage sollten vorbei sein", sagte Abdul-Jabbar.

Der einstige Center der Milwaukee Bucks und der Los Angeles Lakers stand nach seiner Konvertierung zum Islam 1968 selbst öffentlich stark in der Kritik.