Kabarett: Ein Kabarettist im hyperaktiven Liederstrudel

Wechselt gern Perücken in seinem dreistündigen Konzert: Kabarettist Rainald Grebe

Ein Schwitzkonzert sollte es ja werden. Richtig heiß hatte er es sich in seinem Zelt gewünscht. Und genau so ist es gekommen. Als Kabarettist Rainald Grebe am Dienstagabend auf die Bühne des Tipis am Kanzleramt tritt, da blickt er erst mal auf eine Masse wedelnder Fächer. Anders war der Hitze nicht beizukommen, die sich im Zelt angestaut hatte. Die passte wiederum hervorragend zum Titel des Abends, den Grebe "Wigwamkonzert" getauft hat. Neue Stücke und Bewährtes sollte es da geben, wie Grebe im Interview mit dieser Zeitung verraten hatte.

Diesen kühnen Mix, den bringt der Liedermacher gleich beim ersten Stück auf die Bühne: "Volkslieder singen". Da reißt sich Grebe den Indianerschmuck vom Kopf, den er so gern trägt, und hechtet durch populäre Schlager, von Helene Fischers "Atemlos" zu "Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad", immer weiter dreht er sich in einem hyperaktiven Liederstrudel, weiter zu "Schnappi" und "Killing me softly". Nur kein Stillstand, bloß keine Pause, das ist Grebes Bühnenprinzip, seit er 2002 zum ersten Mal solo im Scheinwerferlicht stand.

Ob seine Geschichten stimmen, verrät der Kabarettist nicht

An seinen Liedern arbeitet er sich ab, an "Urlaub" und an "Multitasker". Abwaschen, Socken stopfen, mit 200 Sachen auf der Autobahn rasen und gleichzeitig James Joyce lesen, das sei alles kein Problem für ihn, kräht er da hinaus, reißt die runden Augen auf und rudert so wild mit den Armen, dass man ahnt: Das stimmt nicht. Wer so durchs Leben rast, prallt irgendwa...

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