Werbung

Dieser Künstler hat einen Müllcontainer in ein Tiny House umgebaut – und lebt seitdem darin

Harrison Marshall hat in London einen Müllcontainer in ein Tiny House verwandelt, um darin zu leben. - Copyright: Katie Edwards
Harrison Marshall hat in London einen Müllcontainer in ein Tiny House verwandelt, um darin zu leben. - Copyright: Katie Edwards

Als der Architekt und Künstler Harrison Marshall im vergangenen Sommer in London nach einer neuen Mietwohnung suchte, war er von den "verrückten" Preisen erschlagen. "Ich versuchte etwas zu finden, das meinem Budget und meinen Kriterien entsprach, aber wenn ich etwas fand, gab es 100 andere Leute, die dasselbe suchten und die Wohnung war in fünf Minuten weg", sagt er zu Business Insider. "Also habe ich mir überlegt, dass es einen anderen Weg geben muss".

Der 28-Jährige kam auf die Idee, einen Müllcontainer, der in Großbritannien "skips" genannt wird, in ein Tiny House umzubauen. Sie werden beispielsweise häufig bei Renovierungsprojekten eingesetzt und können bei Bedarf leicht an einen anderen Ort gebracht werden.

"Es war ein schöner Kontrast zwischen dem, was man sich normalerweise als Haus vorstellt und dem Gegenteil davon, nämlich einem Müllcontainer", sagt er. Er wohnt in Bermondsey im Südosten Londons, nicht weit von der Tower Bridge entfernt. Harrison Marshall hat das Tiny House entworfen und gebaut, nachdem er in den vergangenen sieben Jahren an Design- und Bauprojekten für Wohltätigkeitsorganisationen in Übersee gearbeitet hat.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Mit einigen Freunden, die er während seines Architekturstudiums an der Universität kennenlernte, gründete er eine Organisation namens "Caukin Studio".

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Sie bauten Schulen, Gesundheitszentren, Gemeindehäuser und Spielplätze. So brachte er sein Fachwissen in den Bau- und Planungsprozess ein.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

Das Tiny House im Müllcontainer wurde von einem anderen Projekt der Caukin Studios inspiriert: einer Kunstinstallation in einem Müllcontainer.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Sie fand in Zusammenarbeit mit einer Firma namens Skip Gallery statt, die Künstler damit beauftragte, Kunstwerke in den Grenzen eines Containers zu schaffen. Marshall hat das Tiny House in wenigen Monaten gebaut, meist in seiner Freizeit am Abend. Seit Januar wohnt er in dem kleinen Haus.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

"An den Tagen, an denen sie Zeit hatten, halfen mir einige meiner Freunde, die bei Caukin mitmachen, was großartig war", sagt er.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Er musste sich nachts mit mehreren Steppdecken warm halten, da es bis zu dieser Woche keinen Strom und somit keine Heizung gab.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

"Ich habe mir die schlechteste Jahreszeit für den Bau ausgesucht, denn es war im Dezember. Es war kalt, es lag Schnee und es war auch die schlechteste Jahreszeit, um dort einzuziehen", sagt Marshall.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

"Wenn ich erst einmal im Bett bin, ist es gar nicht so schlimm. Das Haus ist gut isoliert, aber ich fürchte mich jeden Morgen davor, aus dem Bett zu steigen und mein Bein aus der Decke zu strecken", fügt er hinzu.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

Das Tiny House verfügt über ein Hochbett, ein Waschbecken und einen Küchenbereich, in dem er Sandwiches zubereitet.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

Es gibt auch einen kleinen Wassertank, den er aus einem Schlauch vom Nachbargrundstück auffüllt, damit er Geschirr spülen und sich die Zähne putzen kann. Eine Toilette mit Wasserspülung gibt es allerdings nicht. Er hat eine tragbare Toilette, die er mit nach draußen nimmt. Obendrein duscht er bei der Arbeit oder im Fitnessstudio.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

Auf der einen Seite des Gebäudes lagert er den Großteil seiner Kleidung und einige Werkzeuge.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

Die Materialien einschließlich aller Einrichtungsgegenstände kosteten etwa 4000 Britische Pfund (4.514 Euro).

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Seine Hauptkosten sind die 50 Pfund (56,44 Euro) pro Monat für die Miete des Müllcontainers. Marshall plant, ein Jahr lang in der winzigen Mülltonnenwohnung zu leben, ist aber auch bereit, länger zu bleiben.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

Er möchte den Container außerhalb einer Kunstgalerie oder eines Ausstellungsraums aufstellen, da er der Meinung ist, dass dadurch auch eine andere Art des Gesprächs über das Projekt entstehen könnte. "Hohe Mietpreise sind ein Problem, von dem Millionen Menschen betroffen sind", so Marshall.

 - Copyright: Harrison Marshall
- Copyright: Harrison Marshall

"Das Ziel ist es, kreatives Denken anzuregen und die Menschen dazu zu bringen, über die verschiedenen Arten zu sprechen, wie Menschen heute leben und darüber, wie man den sozialen Wohnungsbau besser gestalten könnte.", erklärt er uns.

Der Künstler ist der Ansicht, dass die Einhaltung der Vorschriften für den öffentlichen oder sozialen Wohnungsbau im Vereinigten Königreich für Bauträger wie ein "schwerer Test" wirkt. Er ist der Meinung, dass erschwinglicher Wohnraum besser in den Planungsprozess von Großwohnsiedlungen integriert werden sollte.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

"Ich hatte das Glück, dafür einen Standort in London zu finden, was immer eine der größten Herausforderungen sein wird", sagt er.

 - Copyright: Katie Edwards
- Copyright: Katie Edwards

"Der Stellplatz wird von einer Wohltätigkeitsorganisation zur Verfügung gestellt. Das war ein wahrer Segen für das ganze Projekt", schließt Marshall.

Dieser Text wurde aus dem Englischen von Lisa Dittrich übersetzt. Das Original findet ihr hier.