Kümmel aus Chorweiler: Drei Kölner haben Veedels-Schnaps entwickelt

Der „Chorweiler Kümmel“ wird schon in verschiedenen Kneipen ausgeschenkt.

„Feines Aroma des heimischen Wiesenkümmels, kombiniert mit der frischen Zitrusnote der Bergamotte Süditaliens“ – das ist der „Chorweiler Kümmel“ oder anders gesagt: der Kindheitstraum dreier Freunde. „Wir wollten schon immer unseren eigenen Schnaps herstellen“, erzählt Michael Mayer. Zusammen mit Johannes Hartmann und Philipp Treudt hat er diesen Traum nun realisiert.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. 38 Umdrehungen, eine schlichte, aber schicke Flasche und ein – wie die drei Herren betonen – ganz „einzigartiger Geschmack“. Das sind die Eckdaten des Getränks, dass es seit wenigen Wochen in einigen Kölner Geschäften und Kneipen zu kaufen gibt.

„Philipp und Johannes sind Gastronomen, und bei mir brennt mehr oder weniger die ganze Familie“, sagt Michael Mayer, der Jura studiert hat und nun sein Referendariat macht. „Da war es naheliegend, dass wir unseren eigenen Schnaps herstellen.“ Der sollte etwas Besonderes sein – vom Geschmack bis hin zum Design.

Es war klar: Kümmel soll rein

„Am Balaton hat meine Familie eine Brauerei. Dort habe ich einfach mal ein bisschen gebraut und rumprobiert“, erzählt Mayer. Das Ergebnis hat er dann mit seinen beiden Kumpels in Köln verfeinert. Dabei war gleich klar: Kümmel soll rein.

„Kümmel wird total unterschätzt“, sagt Johannes Hartmann, der bei „Metzgerei und Salon Schmitz“ arbeitet. „Da traut sich kaum einer ran, denn er hat schon einen sehr intensiven Geschmack.“ Und da kommt die Bergamotte ins Spiel, die den Kümmel etwas abmildert. „In Italien nennt man sie grünes Gold“, sagt Philipp Treudt. „Dort wird daraus fast alles hergestellt – von Parfüm bis zum Tee. Doch in Deutschland kann man sie eher als vergessene Frucht bezeichnen.“ Gerade darum haben sich die drei Männer dafür entschieden. „Wir haben den Kümmel modern interpretiert. Es gibt kein vergleichbares Getränk“, sagt Mayer.

Besonders ist auch der Name, den sich die Drei überlegt haben. „Chorweiler und Kümmel passen einfach hervorragend zusammen“, sagt Treudt. „Chorweiler hat in Köln ja nicht wirklich einen guten Ruf – und genauso ist es mit dem Kümmel. Doch wir zeigen, dass er unterschätzt wird und mehr dahintersteckt.“

"Wir saßen am Fühlinger See und haben über unseren eigenen Schnaps philosophiert"

Also ist „Chorweiler Kümmel“ keine Hommage an das Veedel der Erfinder? „Nein“, sagt Mayer lachend. „Aber die Idee ist dort entstanden. Es war der Klassiker: Wir saßen bei Sonnenuntergang am Fühlinger See und haben über unseren eigenen Schnaps philosophiert.“ Ein erstes Brainstorming also, das nun fast genau ein Jahr zurückliegt. Und seitdem ist einiges passiert.

„Es gehört viel mehr dazu, als nur ein Rezept für den Schnaps zu entwickeln“, sagt Johannes Hartmann. „Wir mussten eine Brennerei finden, Werbung machen und natürlich ein Design für die Flasche entwickeln.“ Die Aufgaben haben sich die drei Jungs untereinander aufgeteilt. Seit wenigen Wochen ist der neue Kölner Schnaps für 18 bis 20 Euro in einigen Geschäften erhältlich und wird in verschiedenen Kneipen ausgeschenkt. „Für uns heißt es nun die nächsten Monate: Klinken putzen“, sagt Michael Mayer. Die Männer ziehen von Bar zu Bar und bieten dort ihr Produkt an. „Bislang ist es auch sehr gut angekommen. Von 20 Kneipen bislang hat sich nur eine gegen uns entschieden.“

Die gute Resonanz mag auch daraus resultieren, dass sie nicht nur den Schnaps, sondern auch die passenden „Signature Drinks“ dazu anbieten – also Cocktails, Longdrinks, in denen der „Chorweiler Kümmel“ durch Zutun anderer Zutaten besonders zur Geltung kommt. „Der Cologne Mule kommt zum Beispiel sehr gut an“, sagt Philipp Treudt. „Oder auch der Chorweiler Island.“

Der „Chorweiler Kümmel“ kommt richtig gut an

Für die drei Männer ist klar, dass sie mit ihrem Geschäft nicht reich werden – der Spaß steht im Vordergrund. „Es war ein Traum von uns, und es macht tierisch Spaß, den gemeinsam zu realisieren“, sagt Mayer und ergänzt spaßhaft:„Wir haben uns gedacht, wenn das nicht hinhaut und niemand unseren Schnaps trinken möchte, dann haben wir halt jeder ein paar Hundert Flaschen im Keller stehen – so verkehrt ist das ja auch nicht.“

Doch bislang ist eher das Gegenteil der Fall – der „Chorweiler Kümmel“ kommt richtig gut an. Wohl auch, weil es ein heimisches Produkt ist. „Die Kölner lieben ihre Stadt und alles was dazugehört“, sagt Johannes Hartmann. „Wenn sie dann einen Schnaps sehen, der Chorweiler Kümmel heißt, ist es ganz selbstverständlich, ihn zumindest mal zu probieren.“

Läuft das Geschäft weiterhin gut, können sich die Schnaps-Liebhaber durchaus mehr vorstellen. Sie hätten Spaß daran, ein weiteres Getränk zu entwickeln. „Auf jeden Fall wieder einen Schnaps“, sagt Michael Mayer und fügt grinsend hinzu: „Von Limo haben wir nämlich alle keine Ahnung.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta