1:10! Kühnhackl geht mit Meister Penguins unter

Tom Kühnhackl gewann letzte Saison den Stanley Cup mit den Pittsburgh Penguins

Sidney Crosby musste Worte benutzen, die er selten im Zusammenhang mit seinen Pittsburgh Penguins gebrauchte. "Es ist peinlich", sagte der Eishockey-Superstar nach der 1:10-Blamage des NHL-Meisters bei den Chicago Blackhawks: "Eine harte Lektion. Ich hoffe, es ist ein Weckruf für uns."

116 Tage nach dem zweiten Stanley-Cup-Triumph in Folge ist das Team um den deutschen Nationalspieler Tom Kühnhackl am Tiefpunkt. Für Crosby ist die höchste Niederlage in der Klubgeschichte des fünfmaligen Meisters seit 2003 eine neue Erfahrung.

Der weltbeste Eishockeyspieler der vergangenen zehn Jahre spielte noch in der Juniorenliga seine Gegner schwindelig, als die Penguins am 9. November 2003 0:9 bei Tampa Bay Lightning verloren.


Der Auftrag heißt "Three-peat"

Am Ende der Saison landeten sie damals auf dem letzten Tabellenplatz der NHL - und durften deshalb ein Jahr später nach der Absage der Spielzeit 2004/05 wegen der Aussperrung der Profis den 18-jährigen Crosby als Nummer eins im Draft auswählen.

Jetzt ist Pittsburgh nach den Titelgewinnen 2009, 2016 und 2017 mit dem zweimaligen Olympiasieger Crosby die herausragende Mannschaft der Liga.

Und mit dem eindeutigen Auftrag "Three-peat" angetreten - als erster NHL-Klub seit 1983 zum dritten Mal in Folge die älteste Mannschaftssporttrophäe der Welt zu gewinnen.


"Es wird schwer, es ist eine große Herausforderung. Aber warum nicht?", hatte Crosby vor dem Saisonstart gesagt: "Ich weiß, wie schwer es war, zweimal zu gewinnen. Jetzt will ich herausfinden, wie es dreimal ist."

Bei den Penguins läuft es noch nicht

Nach den ersten zwei Spielen der neuen Saison ahnt der 30-Jährige, wie schwer es wirklich wird. Schon beim 4:5 nach Verlängerung gegen die St. Louis Blues - nach der Ehrung der Meistermannschaft und dem Hochziehen des Siegerbanners an die Hallendecke - war deutlich geworden: Bei den Penguins läuft es noch nicht.

Crosby verbuchte zwar in den ersten beiden Saisonspielen schon wieder drei Scorerpunkte, er stand aber auch bei sechs Gegentoren auf dem Eis.

Deutlich besser in der Defensivarbeit war Kühnhackl: Bei der Pleite in Chicago erlebte er nur einen Gegentreffer aus nächster Nähe mit.

Trainer Sullivan vermisst den Kampf

"Es war kein Bemühen, keine Emotion im Spiel", kritisierte Starverteidiger Kris Letang. Und Trainer Mike Sullivan fügte nachdenklich an: "Es sieht so aus, als wollten wir leichtes Spiel haben, als wollten wir gar nicht richtig kämpfen."

"Gut, dass es vorbei ist" (Glad that's over) schrieb der Klub kurz nach Spielschluss bei Twitter. Zehn Gegentore hatten die Penguins zuletzt am 13. Januar 1996 kassiert - beim 8:10 gegen die San Jose Sharks. Kühnhackl versuchte sich da gerade als Dreijähriger auf dem Eis.