Darum könnte Amazon von der globalen Mindeststeuer nur teilweise betroffen sein

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Amazon-Logo vor einem Büro in Dublin (Irland)
Amazon-Logo vor einem Büro in Dublin (Irland)

Laut US-Finanzministerin Janet Yellen fällt der amerikanische Internet-Konzern Amazon möglicherweise nicht unter die jüngst geplante globale Mindeststeuer. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sagte Yellen dem US-TV-Sender "CNBC" am Donnerstag: „Es hängt davon ab, ob die Firma die Rentabilitätsschwelle erreicht oder nicht, und da bin ich mir nicht sicher."

Rund 130 Länder hatten sich Anfang Juli auf eine globale Mindeststeuer von 15 Prozent für international tätige Unternehmen geeinigt. Die neuen Regeln sollen ab 2023 in Kraft treten.

Yellen ist offenbar skeptisch, ob Amazons Gewinnmarge hoch genug ist, um unter die Steuerreform zu fallen. Denn für eine der beiden Säulen der Reform liegt die sogenannte Konzern-Profitabilitätsschwelle bei einer Marge von 10 Prozent, wie das "Manager Magazin" berichtet. Diese lag bei Amazon im vergangenen Jahr jedoch nur bei 6,3 Prozent. Mit dieser Säule sollten internationale Unternehmen dort Steuern zahlen, wo sie tatsächlich aktiv sind und Gewinne machen. Für die eigentliche Reform, die globale Mindeststeuer in Höhe von 15 Prozent, wäre Amazon aber weiterhin betroffen.

In den vergangenen Jahrzehnten waren die Staaten weltweit gefangen in einem Wettrennen nach unten. Im Kampf um die Ansiedlung großer Firmen senkten sie ihre Unternehmenssteuern immer weiter. Letztlich zahlten global agierende Konzerne - besonders große Digitalunternehmen wie Amazon und Google - oft kaum Steuern, weil sie Gewinne in Steueroasen verschoben oder mit Tricks Milliarden sparten. Das sei unfair im Vergleich zum kleinen Handwerksbetrieb oder dem Buchladen um die Ecke, hieß es vom deutschen Finanzministerium.

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