Stöger stellt Ultimatum an Kölns Bosse

Reinhard Franke
Trainer Peter Stöger fordert eine klare Ansage über seine Zukunft in Köln

Im wichtigen Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 am Samstag (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER) geht es für den 1. FC Köln nicht nur um drei dringend benötigte Punkte gegen den drohenden Abstieg, sondern auch - und zwar nicht mehr nur durch die Blume ausgesprochen - um den Job von Trainer Peter Stöger.

Angesichts von nur zwei Punkten vermeidet Alexander Wehrle, der Geschäftsführer des Tabellenletzten, eine Jobgarantie für den Österreicher über das Wochenende hinaus.

Wehrle: Analyse folgt nach Schalke

"In der jetzigen Lage müssen wir die Situation um den Trainer nur von Spiel zu Spiel bewerten", sagte Wehrle im Gespräch mit SPORT1. "Wir gehen jedes Spiel mit Hochdruck an und wollen es erfolgreich gestalten, das ist klar."

Von einem Plan B will Wehrle noch nichts wissen. Die Konzentration gilt erst einmal der Partie gegen die Königsblauen: "Wenn wir das Spiel auf Schalke hinter uns gebracht haben, werden wir uns zusammensetzen und eine erneute Analyse vornehmen."   

(Den 1.FC Köln im Alles-oder-Nichts-Spiel der UEFA Europa League bei Roter Stern Belgrad gibt es am 7. Dezember ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)


Vizepräsident Toni Schumacher hielt sich dagegen auf SPORT1-Anfrage an die jüngste öffentliche Sprachregelung: "Wir haben dem Trainer vor Schalke den Rücken gestärkt. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Stöger selbst äußerte sich am Donnerstag auf der Spieltagspressekonferenz dagegen ungewohnt deutlich: "Es muss eine Entscheidung her. Das ist vor allem für die Mannschaft wichtig, weil es Sicherheit gibt. Es braucht eine klare Aussage."

Vertrauensbruch mit Fitness-Coach Kugel

Auch zu seinem Zerwürfnis mit Fitness-Coach Yann-Benjamin Kugel bezog Stöger Position. Kugel hatte durchblicken lassen, dass er eine höhere Trainingsintensität für richtig gehalten hätte.

Fachlich sei Kugel nichts vorzuwerfen, meinte Stöger nun. "Aber die Faktoren des Vertrauens und der Unterstützung waren nicht mehr so gegeben. Deshalb kann er ein paar Tage zu Hause bleiben." Er habe keine Lust, einem Menschen, der so lange beim FC arbeitet wie Kugel, zu sagen "ich brauche dich nicht mehr sehen". "Aber es wird uns gut tun, wenn wir uns in den nächsten Tagen nicht über den Weg laufen", erklärte Stöger.

Kugel bleibt also vorerst zumindest formell Beschäftigter des Klubs. Das bestätigte Wehrle: "Es gab ein Gespräch zwischen Peter Stöger und Kugel bezüglich der internen Abläufe für die nächsten Tage. Vom Verein wurde Herr Kugel nicht freigestellt."