Kölner Veedelsfest: Tausende Besucher beim „Mutter aller Straßenfeste“ am Eigelstein

Im kommenden Jahr will der Bürgerverein Eigelstein die Regie übernehmen.

Für den kleinen Samuel, mit einer Indianer-Feder auf dem Kopf, währte der Schreck nur kurz. Auf der Suche nach seiner Mutter erklomm er, zwischen den Auftritten zweier Drag-Queens, mit den Bühnenordnern das Podest.

Nur wenige Sekunden nach der Mikrofon-Durchsage war die Familie dann auch schon wieder vereint – und bekam von den Hunderten Gästen rund um die Bühne einen freundlichen Szenenapplaus. Großartig verlieren konnte man sich auf dem Eigelstein-Fest tatsächlich kaum.

Die „Mutter aller Straßenfeste“, das 1976 erstmals stattfand und von 2008 bis 2013 pausierte, präsentierte sich mit knapp 200 Metern Länge zwischen Torburg und der Kreuzung zur Weidengasse/Eintrachtstraße/Unter Krahnenbäumen wiederum übersichtlich. Zum vierten Mal seit 2014 hatte die Händlergemeinschaft „IG Eigelstein & Friends“ das Fest initiiert. Erneut flanierten Tausende bei angenehmem Wetter über die kleine, schmale Meile. Im kommenden Jahr will der Bürgerverein Eigelstein die Regie  übernehmen.

Lokaler Bezug

Der Hauptgrund im Jahr 2008, das Fest einzustellen, war für den damaligen Förderverein Eigelstein die zu geringe Beteiligung lokaler Händler.  Diesmal fanden sich neben vielen Fremdausstellern wieder zahlreiche lokale Teilnehmer, vom Brillengeschäft über eine Textildruckerei bis hin zur Supermarkt-Kette mit einer eigenen Bühne.

Die Musik

Der Eigelstein und die Musik – da war doch etwas? Tatsächlich sollte es nur eine halbe Stunde dauern, bis die Combo „Op Zack“ dem Publikum an der Showbühne Ecke Weidengasse den Räuber-Klassiker „Am Eigelstein es Musik“ zum ersten Mal servierte. Richtig gut: der junge „Frechdachs“ Timo Schwarzendahl, der auf einer Bierbank stehend mit dem Publikum „En unserem Veedel“ intonierte und mit viel Auftritts-Elan begeistern konnte. Danach sorgte der „Singende Türsteher“ Ramón Ademes für ein wenig Après-Ski-Atmosphäre. Ebenfalls beim rund zehnstündigen Programm dabei waren unter anderem „De Nüggele“ sowie „Kuhl un de Gäng“; am Sonntagnachmittag gab es ein kleines Mitsingkonzert mit Pascal Lüders.

Rund 150 Meter weiter nordwärts gaben sich auf der dicht umringten Rewe-Bühne wiederum die pailletten-glitzernden Travestie-Stars die Klinke in der Hand – rund um Nani La Belle und die Lokalmatadorin Lola Lametta, seit 2014 Betreiberin des „Haus Fox“ am nahen Thürmchenswall: Theatralisch gekonnt präsentierte sie Barbra Streisands „The Way We Were“. Und Linda Dior, in himmelblauem Kleid mit weißen Rüschen, versucht sich sogar im Live-Gesang an Zarah Leander – mit Erfolg und viel Applaus vom altersmäßig und szenisch bunt gemischten Publikum.

Die Aktivitäten

Wann hat man schon das letzte Mal Dart gespielt? Am Stand des Kölner Dart-Verbands konnte man sein Glück im Pfeilwurf auf die Zielscheibe versuchen. „Wir sind jetzt das erste Mal hier – und von dem, was wir mitbekommen, ist es ganz schön“, so Timo Adrian, Jugendleiter des Vereins, durchaus zufrieden. Reihenweise übten sich dort die Besucher im sicheren Zielen. „Darts ist im Kommen, es wird immer mehr von einem reinen Kneipen- zum Vereinssport“, ist sich Adrian sicher.

An zwölf Orten in Köln und dem Umland – Vereinsheime, Irish Pubs und Bistros – trainieren mittlerweile regelmäßig feste Teams. Und für die kleineren Besucher gab es direkt am Eigelsteintor immerhin ein kleines...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta