Stadtteil-Tipps: 9 Orte, die man in Köln-Brück kennen sollte

Brück ist Kölns grüne Grenzregion und war ursprünglich bäuerlich geprägt.

Brück war ursprünglich ein bäuerlich geprägter Stadtteil. Erst mit der Anbindung an Köln per Kleinbahn wurde der Stadtteil für viele junge Familien in den 60er Jahren attraktiv. Heute arbeitet ein großer Teil der Bevölkerung außerhalb.

Zur Naherholung gibt es viel Grün – so in der  Flehbachaue und im angrenzenden Königsforst. Wir stellen Ihnen die schönsten Orte in Brück vor.

Wildpark Brück

Recht idyllisch am Rande des Königsforsts gelegen, lädt der Wildpark Brück eigentlich zu allen Jahreszeiten zu Spaziergängen ein. Von der Straße „Am Wildwechsel“ aus – dort gibt es reichlich Parkplätze – gelangt man nach einigen Hundert Metern auf einem Wanderweg zu einem Waldlehrpfad und zum Eingang des Wildparks.

Dort leben Rehe, Hirsche und Wildschweine, die von den großen und kleinen Besuchern gerne auch gefüttert werden dürfen. Das entsprechende Wildfutter gibt es an speziellen Automaten.

Der letzte Bauernhof: Hof Meyers

Der letzte Bauernhof der noch betrieben wird ist der Hof Meyers (Olpener Straße 913). Die Tierhaltung ist seit Ende der 80er Jahre eingestellt. Die Bauern leben heute vom Ackerbau – vorrangig wird auf den verbliebenen Feldern in der Umgebung Raps angebaut. Das in den Jahren 1904/05 erbaute Wohnhaus mit seiner Backsteinfassade ist auffällig mit gelben Klinkersteinen gegliedert. Auch die Fensterbögen sind aus hellem Klinker. Original erhalten ist auch die Haustür im Stil der Neorenaissance.

Figur des „fuule Weet“

Ein richtiges Original im Veedel war Gastwirt Alfons Weiden, der es bei den Schützen sogar zum Kaisertitel schaffte und im Stadtbild doppelt verewigt ist. Weiden, der damals weit über Köln hinaus als der „fuule Weet“ bekannt war, sitzt als Bronze-Denkmal an dem Brunnen auf dem Marktplatz und hängt als Metallfigur an der Fassade der Gaststätte (heute eine Pizzeria), die er von 1930 bis 1950 führte.

Saß er morgens beim Frühstück, hatte er keine Lust zum Bierzapfen für die Besucher, heißt es. Oder wenn er abends müde war, ließ er den Stammgästen den Schlüssel da und ging ins Bett.

Eiscafé Panciera – Das beste Eis auf der Schäl Sick

Ein Muss beim Spaziergang durch Brück ist ein Stopp beim italienischen Eiscafé Panciera an der Olpener Straße, vor dem zumeist eine lange Warteschlange steht. Von außen wirkt es eher unscheinbar – ein schmale Tür aus Metall, ein Schaufenster, durch das man vor allem aufgestapelte Papp-Eisbecher sieht. Doch im Inneren bieten Inhaber Franco Moscetti und seine Familie mit einer Auswahl aus 29 selbst gemachten Sorten – die Kugel koste 90 Cent – wohl das beste Eis auf der Schäl Sick.

Weinhaus „Zur Alten Schule“

Die 1821 über einem Gewölbekeller errichtete alte Schule – heute als Weinhaus „Zur Alten Schule“ von Sascha Halm betriebenes Restaurant – gehört zu den ältesten Gebäuden Brücks. Der symmetrische Fachwerkbau mit einem Klassenraum und der Lehrerwohnung galt damals als Schmuckstück und sehr modern.

Nachdem 1874 der benachbarte Backsteinbau errichtet wurde, war das Fachwerkhäuschen Handarbeitssaal und Abstellraum, Milchausgabe, Lehrerzimmer und Kartenraum. Nach 1961 wurde es nicht mehr genutzt und verfiel, ehe es die Familie Halm wieder aufbaute.

Mahnmal für Gefallene

Das Mahnmal an der Kreuzung von Dattenfelder und Hans-Schulten-Straße – errichtet auf Initiative der Brücker Werkstatt für Ortsgeschichte – erinnert an die Ende des Zweiten Weltkrieges dort gefallenen 17 jungen Flak-Helfer. Schüler aus den Ober- und Realschulen gehörten zum letzten Aufgebot, das die Nazis 1945 zur Verteidigung des Militärflughafen „Fliegerhorst Ostheim“ heranzogen.

Die 16- und 17-jährigen Jungen sollten dies für die Deutsche Wehrmacht wichtige Flugfeld mit Flugabwehrgeschützen gegen die Bomber der Alliierten verteidigen. Als am 28. Januar 1945 gegen Mittag ein Angriff von amerikanischen Bomberverbänden das Flugfeld, die Abstellplätze und die umliegenden Flakstellungen zerstörte, kamen 17 Schüler um. An dem Tag, an dem auch die Rodenkirchener Autobahnbrücke einstürzte, lag Köln bereits in Trümmern.

Gräfenhof

Steht man heute im Inneren des Gräfenhofes, so lässt sich dessen Jahrhunderte alte Geschichte als Keimzelle des Ortes noch erahnen. Schließlich entspricht die von privaten Bauträgern neu aufgebaute Wohnanlage in ihrem Umfang genau dem historischem Gutshof. Zunächst als „Brücker Hof“ angelegt, gehörte er als Grevenhoff (später: Grävenhof) den Grafen zu Berg mit einem Zwischenspiel von 1133 bis 1273 im Besitz des Klosters Altenberg.

Unter der Regie der Grafen, später der Franzosen und Preußen, wechselte der Hof immer wieder den Besitzer, ehe er 1903 für 170 000 Goldmark von der Stadt Köln angekauft und anschließend verpachtet wurde. Ein Teil der Gebäude wurde 1960 bei dem Bau der benachbarten Volksschule abgerissen. Die Gesindewohnungen wurden noch einige Zeit als Kinderladen und Jugendzentrum genutzt, das Herrenhaus verfiel.

Stolperstein am Pohlstadtweg

Der Stolperstein vor dem Haus am Pohlstadtsweg 437 erinnert an Peter Hagen, der von den Nazis umgebracht wurde. Er ist aber auch ein Symbol für weitere Familien aus Brück, die wegen ihrer politischen Einstellung oder ihres jüdischen Glauben im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Hagen, im Mai 1880 als Sohn eines Schreiners in der Salzgasse geboren, war gelernter Elektriker und wurde in den 1920er Jahren Mitglied und Funktionär des Deutschen Metallarbeiterverbandes (heute: IG Metall). Damals baute er für seine Familie ein Haus am Pohlstadtsweg.

Nachdem Hagen mehrmals öffentlich die NSDAP kritisiert hatte, wurde er nach dem missglückten Anschlag auf Hitler im August 1944 verhaftet. Über das Messelager – damals Außenstelle des KZ Buchenwald – kam er in das KZ Flossenburg, in dessen Außenlager in Zwickau er am 20. April 1945 von der SS ermordet wurde. Auf Anregung der Geschichtswerkstatt und nach einem Beschluss der Kalker Bezirksvertretung wurde vor zwei Jahren eine Straße im Neubaugebiet zwischen Olpener und Königsforststraße nach Hagen benannt.

Evangelische Kirche mit ungewöhnlichem Glockenturm

Der Turm der evangelischen Kirche an der Straße „Am Schildgen“ thront nicht über dem Kirchenbau sondern befindet sich – verbunden durch eine Mauer – einige Meter daneben. Das ist recht ungewöhnlich, denn nach den ursprünglichen Plänen sollte es nach der Grundsteinlegung am 24. Januar 1937 ein ganz normales Kirchengebäude mit aufgesetztem Glockenturm werden. Zuvor waren die evangelischen Bürger von Brück der Gemeinde Dellbrück zugeordnet. Gottesdienste fanden in der Gaststätte Höck (später: „Zur Post“) statt.

Doch aufgrund der Kriegsvorbereitungen der Nazis musste für den Kirchenbau umgeplant werden. Um Ab- und Anflüge der Militärflugzeuge am nahe gelegenen „Fliegerhorst Ostheim“ nicht zu gefährden, wurde die Höhe des Kirchenneubaus vom Luftkreiskommando auf 10,17 Meter begrenzt. Daher musste der Turm aus dem Gebäude herausgenommen, versetzt werden und sorgt so als Kampanile (italienisch für Glockenturm) für mediterranes Flair. Die erhöhten Kosten für die architektonische Neugestaltung übernahm schließlich das Reichsluftfahrt-Ministerium. ...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta