Kölner Severinsviertel: Schließung des Bürgerhauses Stollwerck abgewendet

Tüv-Prüfer hatten Mängel an Notfallbeleuchtung festgestellt.

Klaus Wyschka ist erleichtert. Nicht so sehr, weil das Bürgerhaus Stollwerck wie geplant nach der Sommerpause öffnen kann. Der Tüv hatte Mängel in der Notfallbeleuchtung festgestellt und eine Frist zur Beseitigung gestellt, die Ende August endete.

Die letzten Arbeiten werden gerade abgeschlossen und die angedrohte Schließung des Hauses ist damit abgewendet. Wyschka freut sich vor allem, dass er auch künftig mit einem guten Gefühl abends nach Hause fahren kann, wenn in „seinem“ Haus noch Veranstaltungen stattfinden. „Wir müssen ja schließlich für die Sicherheit der Besucher sorgen“, sagt er.

Mehr und hellere Lichter

Dazu trägt die neue Sicherheitsbeleuchtung bei. Sie musste auf den neuesten Stand gebracht werden. Unter anderem mehr und hellere Lichter sind nötig sowie eine vom Stromnetz unabhängige Stromversorgung. Batteriekästen auf jeder Etage und neue, schwer entflammbare Leitungen waren damit verbunden.

Auch die beleuchteten Hinweise auf die Fluchtwege mussten erneuert werden. Die bisherigen Vorkehrungen waren schlicht veraltet: „Wir sind seit 1987 im Geschäft. Damals war das Stand der Technik“, sagt Wyschka.

Die Sicherheit der Besucher der städtischen Einrichtung ist nicht umsonst zu haben. „Das hat natürlich alles seinen Preis“, sagt Bürgerhausleiter Wyschka. 170.000 Euro weist eine Beschlussvorlage der Stadtverwaltung aus, der die zuständigen Bezirksvertreter der Innenstadt in einer Dringlichkeitsentscheidung während der Sommerpause zugestimmt hatten.

Bis zu 450.000 Kosten

Der Sozialausschuss behandelt die Vorlage am 7. September. Eile war geboten, weil die Arbeiten sonst nicht rechtzeitig beauftragt werden konnten, so Wyschka. Zurücklehnen können sich die Verantwortlichen aber nicht. Ende 2018 muss die Brandmeldeanlage erneuert sein. Wyschka geht nach derzeitigen Schätzungen von bis zu 450.000 Euro aus, die dafür aufgewendet werden müssen. 150.000 Euro koste allein ein System, das die Besucher im Brandfall mit einer automatischen Durchsage zum Verlassen des Gebäudes auffordert.

Zwei bis drei Monate werde der Umbau wohl dauern, sagt Wyschka – und im laufenden Betrieb erfolgen. Die Planungen seien bereits abgeschlossen. Im Herbst werde die Politik beraten. Größere Schwierigkeiten sieht Wyschka nicht: „Wir sind bei den Sanierungen am Bürgerhaus bislang immer im Rahmen geblieben.“

Die Geschichte des Bürgerhauses 

Das Bürgerhaus Stollwerck wurde Ende der 1970er Jahre während der Sanierung des Severinsviertels eröffnet, ursprünglich auf dem früheren Gelände der Stollwerck-Schokoladenfabrik.

1987 zog das Kulturzentrum in das Zeughaus an der Dreiköniginnenstraße um. Der rote Backsteinbau stammt aus dem Jahr 1906 und wurde zunächst von den Preußen als Provianthaus genutzt. Später diente es der Bundespost als Lager.

Mit fünf Stockwerken und Veranstaltungsräumen für 500, 200 und 90 Besuchern ist es eines der größten Bürgerhäuser in NRW....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta