Kölner Lichter 2017: Vielleicht ist die Stadt nie so schön

300.000 Menschen sangen und bestaunten ein gigantisches Feuerwerk.

Große Menschenmengen strömen aus den Bahnen am Heumarkt. Andere laufen über den Alter Markt. Treiben gemeinsam Richtung Rheinufer. Es ist 17.30 Uhr, noch sechs Stunden bis zum Höhepunkt. Schon jetzt ist die Altstadt gut gefüllt. Die ersten Gruppen platzieren sich mit Decken auf den Rasenflächen oder nehmen die Treppenstufen in Beschlag. Sichern sich einen guten Platz, um später unbeschränkte Sicht auf Rhein und Himmel zu haben.

300.000 Besucher werden es am Ende laut Veranstaltern der 17. Kölner Lichter am Samstagabend allein zwischen Hohenzollern- und Zoobrücke sein. Einsich bereits im Vorfeld einen Platz auf den verschiedenen Schiffen gesichert. Statt Dosenbier und selbst mitgebrachten Snacks gab es dort Cocktails, ein üppiges Buffet und Live-Musik. Wie etwa auf der MS Rhein-Energie, die gegen 19 Uhr ihre Anlegestelle an der Frankenwerft verließ. An Bord tummelten sich mehrere Hundert Gäste, darunter viele prominente Gesichter aus Medien, Politik und Sport.

Prominenz auf dem Schiff

Wie etwa Lanxess-Arena-Chef Stefan Löcher, der ehemalige Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies, FC-Präsident Werner Spinner, FC-Trainer Peter Stöger in Begleitung seiner Frau Ulrike Kriegler, Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit Ehemann Perry Somers sowie ihre beiden Vorgänger Fritz Schramma und Jürgen Roters. „Ich habe die Kölner Lichter lange gemieden, weil ich nie genau wusste, was mich hier auf dem Schiff erwartet und ob ich wieder runterkomme. Aber mittlerweile genieße ich es sehr“, sagt Reker, die am Morgen noch Gast bei der Beisetzung von Joachim Kardinal Meisner war.

20.30 Uhr. Die MS Rhein-Energie fährt an Rodenkirchen, Porz und Sürth vorbei Richtung Wesseling. Immer mehr Menschen finden sich an den umliegenden Ufern ein, winken den Leuten auf dem Schiff zu. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender der Rhein-Energie, lässt seinen Blick über die Winkenden schweifen. Er selber habe die Kölner Lichter immer nur vom Schiff aus erlebt. „Doch ich freue mich darauf, sie irgendwann auch einmal vom Ufer aus zu sehen, um das zu machen, was Hunderttausende Menschen heute tun. Einen netten Abend mit Freunden haben und einfach das machen, worauf man Lust hat“, sagt Steinkamp.

Vielleicht ist die Stadt nie so schön

Langsam bricht die Dämmerung ein. Das Schiff ändert den Kurs, macht sich auf den Weg zurück in die Stadt. Vorbei an beleuchteten Häusern, vier Heißluftballons, die abwechselnd mit ihren Gasbrennern Feuer spucken und so fast im Takt der Live-Musik an Board ihre Ballonhüllen zum Aufleuchten bringen.

Noch eine Stunde. Vereinzelt durchbrechen kleine Feuerwerke am Himmel die Dunkelheit. Die Innenstadt leuchtet. Die Brücken, der Dom, die Kranhäuser. Viele der Gäste auf dem Schiff genießen still, einige filmen, Paare rücken zusammen. Die Probleme der Stadt, egal ob die aus dem Ruder laufenden Sanierungsarbeiten der Oper, kaputte Brücken oder die unzähligen Baustellen, all das ist in diesem Moment weit weg. Vielleicht ist die Stadt nie so schön wie in diesem Licht. Die MS Rhein-Energie nimmt ihre finale Position ein. Die Gäste kehren platzieren sich an Deck, Blick Richtung Zoobrücke. 

Noch drei Minuten bis zum Feuerwerk. Die erwartungsfrohen Menschen sind,mit Liedtexten bewaffnet und warten auf ihren Einsatz. Unter dem Motto „Das Köln-Experiment“ soll an diesem Abend der größte Chor der Stadt singen. Was viele sonst zu Hause und nie in der Öffentlichkeit machen, ist heute Abend erlaubt. Mitsingen unbedingt erwünscht.

Zwei Minuten Verspätung

23.30 Uhr. Stille. Was ist los? Vereinzeltes Pfeifen und Johlen. Erst um 23.32 schießen ersten Leuchtkörper in die Luft. Färben den Himmel, glitzern, verzaubern. „Der Himmel geht über allen auf“ tönt aus den Lautsprechern. Der Zuschauerchor wirkt noch verhalten. Doch die Unsicherheit verschwindet spätestens bei Cat Ballous „Et jitt kei Woot“. Tausende Stimmen hallen von beiden Ufern über den Rhein. Lassen sich auch dann nicht beirren, als die Musik aus den Lautsprechern kurze Zeit ausfällt. Der riesige Chor singt einfach weiter, übernimmt das Zepter.

Egal ob bei Kasallas „Alle Jläser huh“ oder Leonard Cohens „Halleluja“. Das Experiment ist geglückt und endet nach einer halben Stunde mit dem Schlaflied „Lalelu“. Dabei will jetzt eigentlich noch keiner ins Bett möchte. „Es war wirklich außergewöhnlich“, sagt Peter Stöger, der selber ab und zu mitgesungen hat, „sofern ich textsicher war. Aber für Viva Colonia und Biene Maja hat’s gereicht“. Das Schiff kehrt zurück an die Anlegestelle. Die Fahrt ist zu Ende. Der Abend noch lange nicht. Die Stadt glüht noch lange nach.

200 begeisterte Gäste beim Medienhaus Rheinland

Dass es wieder ein großartiges Spektakel war, darüber waren sich die 200 Besucher am  Tanzbrunnen am Samstagabend einig. Ob die von allen Gästen gesungenen Lieder vom Feuerwerk und der dazu passenden synchronen Musik ablenkten oder eine gelungene Abwechslung waren, wurde anschließend kontrovers diskutiert.  Nach einer so herrlichen Abendunterhaltung und in  einer so lauen Sommernacht ein wunderbares, leichtes Gesprächsthema, weil es im Grunde genommen  egal war. „Der  Abend  war einfach super“, brachte es Ford-Kommunikationschef Ralph Caba auf den Punkt. Das Medienhaus Rheinland hatte 200 Geschäftskunden eingeladen, gemeinsam die Kölner Lichter zu erleben.  Philipp M. Froben und Karsten Hundhausen begrüßten gemeinsam mit den Herausgebern Isabella Neven DuMont und Christian DuMont Schütte die Gäste, darunter auch Eugen Kreten (Media Markt), Reinold Gütebier (Gesamtvertriebsleiter Möbel Segmüller), Stephan Müller (Geschäftsführer Polster Aktuell) und Annegret Weingarten (Inhaberin des gleichnamigen Bekleidungshauses). (ruk)...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta