Kölner Boxtraining auf Augenhöhe: Olympiasieger lehrt Schulkinder Disziplin

Torsten May zeigt Kindern Tricks, aber Schläge sind tabu.

An den kleinen Händen wirken die Boxhandschuhe riesig. Doch das stört die Kinder der Gemeinschaftsgrundschule Riphahnstraße aus Seeberg nicht. Sie stehen aufgeregt im Ring.

Ihnen gegenüber baut sich Torsten May auf – und er ist so groß, dass er beim Training mit den Jungen und Mädchen in die Knie gehen muss. Eine Woche lang zeigte der Olympiasieger den Kindern, wie man boxt – wie eine Deckung funktioniert, wie man Hiebe austeilt, sich geschickt um den Gegner windet. „Wir üben auch Schattenboxen, Arm- und Beinarbeit und Ausdauertraining“, erklärte May. Aber: Richtige Schläge sind tabu. „Man darf durchführen, aber nicht zuschlagen“, betonte der Boxer, der neben der Olympiamedaille unter anderem den Weltmeister- und Europameister-Titel holte.

Training hatte pädagogisches Ziel

Die besondere Sportstunde fand in der Schule statt, an einem Tag aber durften die Kinder im „Maylife Boxclub“ an den Fühlinger See – und in einen echten Boxring steigen.

Natürlich hatte das Training ein pädagogisches Ziel: Das Erlernen von Disziplin, Selbsteinschätzung, Selbstbeherrschung, Konzentration und die Fähigkeit, seine Kräfte einzuteilen. „Die Kids machen es super“, schwärmte May. „Mir geht das Herz auf, wenn die Kinder lachen und wenn sie merken, dass eine eingeübte Technik funktioniert.“ Auch der kleinen Pelin machte das außergewöhnliche Training sichtlich Spaß. „Erstmal denkt man, es tut weh, aber wenn man trainiert, kann man es besser“, sagte die Achtjährige. „Ich find’s toll.“

Auch OGS-Leiterin Elisabeth Bleeker war begeistert. „Ich bin beeindruckt, wie diszipliniert die mitmachen. Keiner hat sich verletzt, keiner hat draufgehauen, die Kinder haben in dieser Woche viel Rücksichtnahme geübt.“ Der Workshop kam über die Katholische Jugendagentur KJA zustande, die Träger der OGS Riphahnstraße ist. Nach einer Benefizgala, bei der May als ein Botschafter auftrat, hatte sich der Olympiasieger für eine weitere gemeinsame Zusammenarbeit interessiert. Seit dem Frühjahr ist er nun offizieller Botschafter der KJA Köln....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta