BGH hebt Bewährung für Kölner Autoraser auf

Kölner Raser müssen mit Gefängnis rechnen

Die beiden zur Bewährung verurteilten Autoraser von Köln müssen ihre Haftstrafen vermutlich doch antreten. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hob die Strafaussetzung zur Bewährung des Kölner Landgerichts in einem am Donnerstag verkündeten Urteil auf. Die Strafhöhe von zwei Jahren sowie 21 Monaten wegen fahrlässiger Tötung beanstandeten die Richter aber nicht und verwiesen den Fall zur neuerlichen Entscheidung zurück nach Köln. (Az. 4 StR 415/16)

Die damals 21 und 22 Jahre alten Männer hatten sich nach den Feststellungen des Landgerichts im April 2015 in Köln ein Autorennen mit stark überhöhter Geschwindigkeit geliefert. In einer Kurve kam der vorausfahrende Angeklagte ins Schleudern. Sein Wagen erfasste eine auf dem angrenzenden Radweg fahrende 19-jährige Studentin, die deshalb wenig später starb.

Der BGH begründete die Aufhebung der Bewährung damit, dass die Angeklagten den Tod ihres Opfers zwar fahrlässig verursacht, das Rennen aber vorsätzlich gefahren und die Gefahr durch ihre aggressive Fahrweise bewusst herbeigeführt hätten. Das Landgericht hätte zudem bedenken müssen, "wie sich eine Strafaussetzung zur Bewährung auf das allgemeine Rechtsempfinden und das Vertrauen der Bevölkerung in die Unverbrüchlichkeit des Rechts auswirken würde."

Autorasern drohen künftig generell härtere Strafen. Der Bundestag beschloss Ende Juni, Straßenrennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat zu ahnden. Veranstalter und an den Rennen beteiligte Fahrer werden demnach mit Geldstrafen oder bis zu zwei Jahren Haft belegt. Kommen Menschen ums Leben oder werden sie schwer verletzt, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Durch die Neuerung wird es zudem möglich, die Autos der Beteiligten zu beschlagnahmen und ihnen den Führerschein wegzunehmen.