Köln: Schneller zum Anwohnerparken – Software soll Wartezeiten verringern

Köln: Schneller zum Anwohnerparken – Software soll Wartezeiten verringern

Die Kölner Stadtverwaltung plant zum Jahresende die Einführung einer Software, mit der Bürger Parkausweise von zu Hause beantragen und die Anträge komplett online abwickeln können. Ihnen soll damit der Gang in die städtischen Kundenzentren erspart bleiben. Stadtsprecherin Simone Winkelhog zufolge soll der Bürgerservice durch die neue Software namens „Bewohnerparken“ weiter verbessert werden.

Die Stadt hofft, so nicht nur die Bürger, sondern auch die häufig überlasteten Kundenzentren zu entlasten. Verschiedene Personen (die Namen sind der Redaktion bekannt) haben dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ von stundenlangen Wartezeiten in den städtischen Kundenzentren und liegengebliebenen Anträgen berichtet, die sie schon vor mehreren Monaten bezahlt haben. Simone Winkelhog spricht im Zusammenhang mit Anwohnerparkausweisen von einem „momentan auftretenden Bearbeitungsstau“.

Ursache dafür sei unter anderem, dass die Verlängerungsanträge für die einzelnen Parkgebiete immer rund um einen bestimmten Zeitpunkt einträfen. Um diese Situation zu entzerren, werde das Erinnerungsschreiben zur Verlängerung inzwischen anstatt zwei Monate vor Ablauf schon vier Monate vor Ablauf versendet. Im Dezember eingeführte variable Gültigkeitsdauern der Ausweisesollen ebenfalls zu einer Entlastung der Kundenzentren führen.

Die jährlichen Kosten für „Bewohnerparken“ belaufen sich nach Angaben der Stadt auf rund 39 000 Euro. Der Hersteller stellt dabei in Aussicht, dass durch den Einsatz der Software etwa 1000 Bürger pro Jahr nicht mehr in den Kundenzentren vorstellig werden müssen – zumindest, wenn etwa 20 Prozent der Anträge zukünftig online erledigt werden.

Auch in den Kundenzentren selbst soll „Bewohnerparken“ angewandt werden. Durch automatische Prüfungen verringere sich die Durchlaufzeit im Vergleich zum Ist-Zustand deutlich.

Erhöhtes Kundenaufkommen soll besser geregelt werden können

Die Stadt erhofft sich also eine deutliche Besserung Situation: „Es ist davon auszugehen, dass mittelfristig, wenn sich die Online-Nutzung in der Bürgerschaft etabliert hat, anteilige Personalressourcen für andere Aufgaben in den Kundenzentren eingesetzt werden können“, sagt Winkelhog.

Seit Jahren ist es stets dasselbe Muster: Besonders in der Ferienzeit herrscht in den Kundenzentren der Ausnahmezustand. Kurz vor und in den Sommerferien, so Simone Winkelhog, sei dort regelmäßig ein erhöhtes Kundenaufkommen festzustellen. „Dies liegt zum einen daran, dass viele Bürgerinnen und Bürger ihre Urlaubstage für einen Besuch in den Kundenzentren nutzen, um ihre melderechtlichen Angelegenheiten zu regeln“, sagt Winkelhog.

Zudem sind auch die meisten städtischen Mitarbeiter aufgrund ihrer Familiensituation in der Ferienzeit auf Urlaub angewiesen. „Beide Situationen – erhöhtes Besucheraufkommen und Urlaubszeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – führen zu insgesamt längeren Wartezeiten“, so Winkelhog.

Erschwerend komme die Tatsache hinzu, dass die städtische Plakataktion im Frühjahr „Pass gültig? Schon jetzt Reisedokumente beantragen“ nicht alle Kölner erreicht habe. Viele würden also noch kurz vor dem Urlaub ihre Reisedokumente zu beantragen und zum Besucherandrang beitragen. In Zeiten begrenzter Personalkapazitäten, wie sie derzeit vorherrschen, müssten manche Aufgaben anderen vorgezogen werden, erläutert Winkelhog. Auch hier dienen die Bewohnerparkausweise-Anträge als Beispiel: Die Verlängerung oder Erstellung von Ausweisdokumenten hat Vorrang vor deren Bearbeitung, weshalb diese derzeit auch entsprechend länger dauert.

Situation in Ferien soll entzerrt werden

Mit einer kürzlich eingerichteten zehnköpfigen Springer-Einsatzgruppe sollen entstandene Personalengpässe ausgeglichen werden. „Ebenso“, sagt Winkelhog, „wird durch eine ständige Optimierung des Personaleinsatzes versucht, die Personalausstattung in den neun Kundenzentren dem aktuellen Besucherandrang anzupassen.“ Vor den Ferien habe die Verwaltung das Kundenzentrum Innenstadt am Laurenzplatz zudem an zwei Samstagen zusätzlich geöffnet, um die Situation in den Ferien zu entzerren.

Zwei Hinweise Simone Winkelhogs könnten bei der Vermeidung langer Wartezeiten hilfreich sein: Zum einen können Bürger online Termine in den Kundenzentren vereinbaren, zum anderen steht es ihnen frei, ihre Anliegen in allen neun Kundenzentren zu erledigen, ganz gleich, ob sie im entsprechenden Bezirk wohnen oder nicht....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta