Köln mit Lebenszeichen in Stögers Endspiel

Sehrou Guirassy ist der entscheidende Spieler für den 1. FC Köln gegen Schalke

Der 1. FC Köln hat im Abstiegskampf ein Lebenszeichen von sich gegeben - laut der lokalen Presse jedoch zu spät für Trainer Peter Stöger.

Der noch sieglose Tabellenletzte erkämpfte sich bei den Derbyhelden von FC Schalke 04 ein 2:2 (0:1), der Österreicher muss trotzdem gehen. Das vermeldete der Kölner Express nach der Partie (LIVETICKER zum Nachlesen).

Stöger sagte bei Sky nach dem dritten Punktgewinn am 14. Spieltag: "Es wird permanent etwas reininterpretiert, wir warten mal, was passiert." Die Szenen nach dem Schlusspfiff, als Stöger vor den Fans die Mütze zog und winkte, wirkten wie ein Abschied.

Schalke verpasste eine Woche nach dem spektakulären 4:4 nach 0:4 im Revierderby bei Borussia Dortmund den Sprung auf den zweiten Platz. Nach dem achten Spiel in Folge ohne Niederlage haben die Königsblauen als Tabellendritter aber weiter die Rückkehr ins internationale Geschäft im Blick.

"Wir haben uns heute mehr vorgenommen, auch spielerisch", sagte Trainer Domenico Tedesco bei Sky: "Wir hatten in der ersten Halbzeit viele Ballverluste und haben Köln dadurch stark gemacht."

Bundesliga: Die Torjäger der Saison 2017/18

Burgstaller trifft für Schalke

 (Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga).

Mit seinem 15. Bundesligator des Jahres brachte Guido Burgstaller (36.) Schalke in Führung. Sehrou Guirassy (50. und 77./Handelfmeter) glich zweimal für die Kölner aus. Amine Harit (72.) erzielte zwischenzeitlich das 2:1 für die Hausherren. Kölns Yuya Osako (90.+3) sah in der Nachspielzeit die Gelb-Rote Karte wegen einer Schwalbe im Strafraum.


Köln nach sieben Minuten hinten

Eine Woche nach dem Revierderby vertraute Schalke-Trainer Domenico Tedesco auf die Elf der zweiten Hälfte in Dortmund - mit einer Ausnahme: Confed-Cup-Sieger Leon Goretzka, nach Stressreaktion im Unterschenkel beim BVB ins Team zurückgekehrt, saß zunächst auf der Bank.

Stöger, der auf zehn Verletzte verzichten musste, formierte die Abwehr gegenüber dem 0:2 gegen Hertha BSC um: Pawel Olkowski, Frederik Sörensen und Jannes Horn rückten in die Fünferkette. In der Offensive verzichtete er auf Claudio Pizarro.


Die Kölner Defensive war schon in der siebten Minute ausgespielt: Nach starker Vorarbeit von Harit lupfte Burgstaller den Ball über Torhüter Timo Horn, traf aber nur die Latte. Auf der anderen Seite scheiterte Osako nach Zuspiel von Milos Jojic an Schalke-Keeper Ralf Fährmann (11.).

Köln nach Pause erfolgreich

Nach dem durchaus munteren Beginn entwickelte sich die Partie zum Geduldsspiel. Trotz der deutlich spürbaren Kölner Verunsicherung taten sich die Gelsenkirchener schwer, bis in die gefährliche Zone zu kombinieren.

Als es Max Meyer einfach einmal mit einem Lupfer in den Strafraum versuchte, fiel das 1:0: Daniel Caligiuri ersprintete sich den Ball und legte quer auf Burgstaller, der ins leere Tor traf.

Nach der Pause fiel der Ausgleich überraschend: Nach einem Freistoß von Jojic verlängerte Salih Öczan zu Guirassy, der den Ball über die Linie drückte.

Danach brachte Tedesco den schmerzlich vermissten Goretzka, der in der 83. Minute mit einem Kopfstoß, der an Zinedine Zidane im WM-Finale von 2006 erinnerte, für eine unschöne Szene sorgte.

Doch zunächst hatte Köln durch Guirassy die Chance zur Führung, Matija Nastasic rettete für den bereits geschlagenen Fährmann (60.).

Nach der erneuten Schalker Führung hatten die Kölner endlich einmal den Videobeweis auf ihrer Seite. Schiedsrichter Tobias Stieler zeigte nach einem Handspiel von Benjamin Stambouli und Rücksprache mit dem Assistenten in Köln auf den Punkt.

"Das ist ein Witz", sagte Tedesco über die Situation. "Beim Handspiel geht es immer um Absicht oder nicht. Aus zwei Metern Entfernung kann es keine Absicht sein, glaube ich. Aber das ist kein Problem, daran lag es heute nicht."

Naldo verpasste in der 90. Minute per Kopf den Schalker Sieg um Zentimeter.