Dank "Veh-Effekt": Köln jubelt und tankt neuen Mut

Sportinformationsdienst (SID), Nadine Anna Münch, Thomas Klein
Kölns Torwart Timo Horn (m.) feiert mit Salih Özcan den ersten Sieg der Saison

Als endlich der erlösende Schlusspfiff ertönte, stürmte Stefan Ruthenbeck jubelnd aufs Feld, fiel Torhüter Timo Horn lachend um den Hals und feierte mit den Spielern des 1. FC Köln ausgelassen den ersten Saisonsieg.

Die Erleichterung und Freude über das 1:0 gegen den VfL Wolfsburg, dem ersten Erfolg des Tabellenletzten der Bundesliga im letzten Spiel der Hinrunde, waren spürbar und riesengroß.

"In der Rückrunde voll angreifen"

"Der Sieg ist hoch verdient", sagte Interimstrainer Ruthenbeck: "Trotzdem ist es erst der erste Dreier", ergänzte er und mahnte: "Jetzt nicht durchdrehen!" Die Mannschaft habe sich "belohnt für die Arbeit - nicht mehr und nicht weniger. Wir haben nun 17 Endspiele vor uns in der Rückrunde. Wir wollen konsequent arbeiten - und dann abliefern."

Der FC hat nur sechs Punkte aus einer desaströsen Hinrunde geholt, der Rückstand auf den Hamburger SV und Werder Bremen auf den Plätze 17 und 16 beträgt neun Zähler.

Auch Torwart Horn dachte trotz des Erfolgserlebnisses bereits an die Mammutaufgabe, die im nächsten Jahr ansteht: "Wir haben einen Riesenrückstand. Wir wollen uns in der Winterpause gut vorbereiten und in der Rückrunde voll angreifen. Wir haben nach wie vor nichts zu verlieren. Unser Ziel muss sein, kein Spiel abzuschenken und so wie heute alles reinzuwerfen. Wir sind ein Team und kämpfen alle gemeinsam."

Entscheidung über Ruthenbeck spätestens Mittwoch

Mit welchem Trainer der FC diesen steinigen Weg der Rückrunde geht, ist derzeit noch offen. Ruthenbeck sollte zunächst nur bis zur Winterpause übernehmen, allerdings wird ein Engagement darüber hinaus immer wahrscheinlicher. Er befinde sich im regelmäßigen Austausch mit Armin Veh, dem neuen Geschäftsführer Sport, und sagte: "Diese Gespräche sind überragend!"

Veh muss abwägen, ob er Ruthenbeck die schwierige Aufgabe als Cheftrainer zutraut. Spätestens nach dem DFB-Pokalspiel am Dienstag (20.45 Uhr im LIVETICKER) bei Schalke 04 wird die Entscheidung fallen.


Die Spieler jedenfalls scheinen Gefallen daran zu finden, in der jetzigen Konstellation weiterzuarbeiten. "Der Trainer gibt uns viel an die Hand und versucht, alles mit uns rauszuholen", betonte Horn: "Wir trainieren intensiver - das ist anstrengend. Wir müssen uns die Fitness für die Rückrunde erarbeiten. Da habe ich ein gutes Gefühl mit dem aktuellen Trainerteam."

Horn spricht vom "Veh-Effekt"

Und es bestehe auch ein gewisser "Veh-Effekt", wie Horn nach dem Spiel bei SPORT1 erklärte: "Fakt ist, dass er einen kompetenten Eindruck macht und versucht, sich in der kurzen Zeit einzubringen. Er findet klare und gute Worte. Man merkt, dass er sehr viel Erfahrung hat und eine gewisse Souveränität ausstrahlt. Das ist genau das, was wir brauchen."

Die Fans feierten zu diesem Zeitpunkt im strömenden Regen noch immer den ersten Sieg der Saison. "Keiner wird es wagen, keiner wird es wagen", sangen sie mit kölschem Humor, "uns, den 1. FC Köln zu schlagen."