Köln droht der Abstieg, doch Ruthenbeck bleibt trotzig: "Ich glaube an die Chance"

Der 1. FC Köln taumelt nach dem 1:1 gegen Mainz 05 dem Abstieg entgegen. Bei den Kölnern herrschte eine seltsame Stimmung aus Frust und Resignation.

Auch am Tag nach dem bitteren Rückschlag im Kellerduell gegen Mainz 05 herrschte Frust bei den Profis des 1. FC Köln. Niedergeschlagen und wortlos drehten die Spieler eine Runde auf dem Fahrrad im Stadtwald, der Trainingsplatz am Geißbockheim blieb am Sonntag leer. Statt neuer Hoffnung machte sich nach dem 1:1 (1:0) gegen die Mainzer Ernüchterung breit, selbst die sonst so optimistischen Fans verfolgten das Geschehen zurückhaltend.

Nur Stefan Ruthenbeck war bemüht, die Stimmung aufzulockern und gab sich kämpferisch. "So lange es rechnerisch möglich ist, glaube ich an die Chance", sagte der FC-Trainer. Es klang wenig überzeugend. Der sechste Abstieg der Vereinsgeschichte ist angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Mainz auf dem Relegationsrang kaum noch zu vermeiden.

Das Unentschieden für Köln eine gefühlte Niederlage

Das Spiel gegen den FSV hatte allen Verantwortlichen die bittere Realität vor Augen geführt. Nach dem frühen 1:0 durch Jonas Hector (7.) folgte kurz nach der Pause der Ausgleich durch Pablo De Blasis (50.). Wie schon gegen Augsburg, Hannover, Freiburg und Stuttgart gab Köln auch gegen harmlose Mainzer, die zuletzt am 23. Februar ein Tor in der Bundesliga erzielt hatten, eine Führung aus der Hand. "Es fühlt sich wie eine Niederlage an", meinte Innenverteidiger Dominique Heintz.

Ruthenbeck hatte für die Rückrunde "17 Endspiele" ausgerufen, doch für eine erfolgreiche Aufholjagd macht der Tabellenletzte einfach zu viele Fehler. "Wir sind nicht stabil genug", schimpfte der Trainer. In der hektischen Schlussphase, in der der Mainzer Giulio Donati mit Gelb-Rot vom Platz flog (90.+2), hätten es die Gäste "besser gemacht", konstatierte der Coach.

Die Folge war der erneute Sturz ans Tabellenende, und auch der Blick auf das Restprogramm macht wenig Hoffnung. Champions-League-Anwärter Schalke 04 und Rekordmeister Bayern München kommen noch nach Köln-Müngersdorf, außerdem stehen die drei Auswärtsspiele in Berlin sowie bei den direkten Konkurrenten Freiburg und Wolfsburg an.

Köln-Trainer Ruthenbeck: "Keine Kaffeefahrt nach Berlin"

Aufgeben wollen die Kölner nicht. Jonas Hector und Heintz etwa sprachen immer wieder davon, dass der Klassenerhalt ja noch möglich sei. Doch klar ist: Nur mit einer Siegesserie und gleichzeitigen Niederlagen der anderen Abstiegskandidaten kann es etwas werden - entsprechend plant der Klub bereits für die 2. Bundesliga. Armin Veh hat für die kommenden Tage Gespräche mit den Spielern angekündigt, der Geschäftsführer Sport braucht Klarheit, wie die Mannschaft im neuen Jahr aussieht.

FC-Keeper Timo Horn hat zumindest die Möglichkeit in Aussicht gestellt, auch beim Abstieg zu bleiben. Andere Stützen wie Nationalspieler Hector, Abwehrchef Heintz und Flügelspieler Leonardo Bittencourt sind begehrt und im Fall der Fälle verhältnismäßig günstig zu haben.

Derlei Überlegungen schob Ruthenbeck aber noch den Riegel vor. In den verbleibenden fünf Spielen will der Coach mit seinem Team alles geben. "Wenn wir in Berlin gewinnen und Mainz verliert, sind wir wieder näher dran", sagte er mit Blick auf die Partie bei Hertha BSC am Samstag (15.30 Uhr im LIVETICKER): "Wir müssen jetzt weiter angreifen und dürfen keine Kaffeefahrt nach Berlin machen."