Käthe Kollwitz: Spurensuche am Kollwitzplatz

Käthe Kollwitz mit Kupferplatte 1910

Mächtig und überlebensgroß sitzt sie da auf ihrem Sockel mitten auf dem Kollwitzplatz – die Künstlerin als alte Frau. Eine Bronze aus dem Berliner Atelier von Gustav Seitz, aufgestellt 1961. In der einen Hand hält sie einen dicken Kohlestift, in der anderen einen Block. Wer sich auf Spurensuche nach Leben und Werk der Berliner Grafikerin und Bildhauerin begibt, fängt hier am besten an, im Herzen von Prenzlauer Berg.

Kinderwagen-Mütter fahren ihre Kinder auch an diesem Tag auf den Spielplatz gegenüber, das Traditionsrestaurant "1900" hat lange durchgehalten, doch nun sind die Jalousien endgültig heruntergelassen. Vor vier Jahren wurde die Künstlerin in den Spätzle-Krieg am Kollwitzplatz involviert: Schwäbische Aktivisten überschütteten ihr Denkmal mit dem Nudelteig und erklärten, die Künstlerin sei das "autoritäre Symbol einer Berliner Minderheit".

An den Standort ihres Hauses erinnert eine Tafel

Über 50 Jahre hat Käthe Kollwitz (1867–1945) in diesem Bezirk gelebt, 1891 zog sie mit ihrem Mann in das repräsentative Eckhaus mit den Läden an der Weißenburger Straße 25, heute Kollwitzstraße, Ecke Knaackstraße. Ihr Mann unterhielt dort eine Arztpraxis, die Kinder Hans und Peter wuchsen hier auf, die Familie war bekannt und geschätzt. Oft ging die Nachtglocke, wenn Menschen in Not um Hilfe baten.

Die Straße vor dem Haus war breit und laut, die Tram fuhr dort vorbei. Die Künstlerin arbeitete anfangs in der Wohnung ihrer Schwägerin im ersten Stock. Immer dann, wenn die Lehrerin in der Sch...

Lesen Sie hier weiter!