Kämpfe um AKW Saporischschja: Polens Feuerwehr erhält Jodtabletten

WARSCHAU (dpa-AFX)- Mit Blick auf die Kämpfe um das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja hat Polens Innenministerium landesweit Jodtabletten an die Berufsfeuerwehr ausgegeben. Für jeden polnischen Bürger werde eine ausreichende Menge an Kaliumjodid-Tabletten bereitgehalten, teilte das Ministerium am Montag in Warschau mit. "Dabei handelt es sich um ein gesetzlich vorgesehenes Standardverfahren, das im Falle eines möglichen Strahlungsnotfalls angewendet wird." Eine aktuelle Belastung durch atomare Strahlung gebe es aber nicht. Die Behörde warnte die Bürger auch davor, Jodtabletten prophylaktisch einzunehmen.

Der Beschuss von Anlagen des russisch besetzten AKW Saporischschja hat international Angst vor einer Atomkatastrophe ausgelöst. Zuletzt war Kiew zufolge in der Nähe eines weiteren Atomkraftwerks in der Südukraine eine russische Rakete eingeschlagen. In Deutschland hält der Bund fast 190 Millionen hochdosierte Jodtabletten vor, um diese bei einer möglichen Havarie eines Atomkraftwerks an die Bevölkerung auszugeben. Die Einnahme von Jodtabletten schützt dabei ausschließlich vor der Aufnahme von radioaktivem Jod in die Schilddrüse, nicht vor der Wirkung anderer radioaktiver Stoffe.